Jess Walter

So weit weg

Cover: So weit weg
Kampa Verlag, Zürich 2026
ISBN 9783311101970
Gebunden, 320 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Georg Deggerich. Sieben Jahre ist es jetzt her, dass Rhys Kinnick genug hatte. Als hätten die Wahlen 2016 nicht gereicht, ihm die Verrottung der USA vor Augen zu führen, war da auch noch sein Schwiegersohn Shithead Shane, ein strahlendes Beispiel für rechtskonservatives, christliches Geschwurbel. Seine Ehe hatte Rhys damals längst an die Wand gefahren, seinen Job bei der Spokesman-Review verloren. Nach einem Eklat an Thanksgiving im Kreise der Familie - wem wäre bei Shanes Dummschwätzerei nicht die Hand ausgerutscht? - setzte sich Rhys ins Auto, warf das Handy aus dem Fenster und zog sich in ein Häuschen im Wald zurück, wo er seither lebt, liest und an seiner Komposttoilette herumbastelt. Und dann stehen plötzlich zwei Kinder vor seiner Tür, die er beinahe nicht wiedererkannt hätte: seine Enkel Asher und Leah. Ihre Mom - seine einzige Tochter - sei verschwunden, berichten sie. Schwebt Bethany in Gefahr? Hätte Rhys das Fiasko verhindern können, wenn er sich nicht im Wald verschanzt hätte? Und: Kann er es wieder geradebiegen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2026

Rezensentin Katrin Doerksen gehen die Probleme im neuen Roman des Investigativjournalisten Jess Walter unvermutet nahe. Die Story um einen geschassten Journalisten, der hinschmeißt, sein Handy abmeldet und sich in die Wälder im Nordosten der USA zurückzieht, bis die Kinder seiner Tochter sich bei ihm melden, rückt Doerksen die tiefe Spaltung in der Gesellschaft und in Familien in den Blick, die sich nicht nur in den USA während der ersten Trump-Ära entwickelt. Das Buch ist für sie Familiendrama und Politsatire in einem. Die Perspektivwechsel bieten verschiedene Wahrheiten an, der eher "beiläufige" Ton sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem Autor mit seiner Geschichte ernst ist, meint Doerksen. 
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