Aus dem Englischen von Yvonne Eglinger. Jivan hat es vom Kohlfresser zum Hühnchenfresser gebracht. Doch ein Brandanschlag hebt ihr Leben aus den Angeln, und die Muslimin gerät ins Visier der indischen Regierung. Lovely träumt von den ganz großen Rollen als Bollywood-Star. Die lebensfrohe Hijra könnte Jivans Unschuld bezeugen. Aber will sie ihren Durchbruch als Schauspielerin wirklich gefährden? PT Sir erinnert sich noch gut an Jivans athletisches Talent. Nun macht der Sportlehrer Karriere in einer rechtskonservativen Hindu-Partei. Und soll an der jungen Muslimin ein Exempel statuieren ...
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 13.01.2022
Rezensentin Victoria Eglau resümiert zunächst Megha Majumdars Debütroman "In Flammen" , der in den USA bereits hochgelobt wurde. Die indische Autorin erzählt darin von der ebenfalls indischen Verkäuferin Jivan, die trotz fehlender Beweisgrundlage im Gefängnis landet, nachdem sie auf Facebook Kritik an der Regierung äußert, ausgelöst durch einen Anschlag am Bahnhof in der Nähe ihres Slums, schildert Eglau. Die zwei weiteren Protagonisten, darunter der politisch aktive ehemalige Lehrer Jivans und die Transsexuelle "Lovely" mit Schauspielwunsch, die erst versuchen Jivan zu helfen, kommen neben der Gefangenen abwechselnd zu Wort, wodurch die Rezensentin die Entwicklungen der Charaktere besser versteht. Alles in allem ein tiefenscharfes, authentisches Buch mit dynamischer, frischer Sprache, schließt Eglau.
Rezensent Holger Heimann versteht Megha Majumdars Roman um drei Menschen im Sog der indischen Meritokratie als so plakative wie radikale Anklage gegen die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im Land. Eine junge Frau aus einem Slum in Kalkutta gerät unschuldig unter Terrorverdacht und wird von ihren karriereorientierten Bekannten fallengelassen, so die schlichte Handlung des Debütromans, die laut Heimann nur auf eine Lektion abzielt: In Indien zählen Wahrheit und Mitmenschlichkeit nichts, Lüge und Rücksichtslosigkeit alles.
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