Für den Hightechmanager Parker Saturn beginnt der sonnige Septembertag in New York etwas ungewöhnlich. Der ihm bis dato unbekannte Kollege Ivan Rubleski aus der Dependance an der Westküste hat ihn zu einer Besprechung in ein Hotel in Manhattan bestellt. Trotz einer quälenden Migräne fühlt Parker sich fit für einen langen Arbeitstag mit anschließendem Geschäftsessen und einer Tour durch die Nachtlokale. Doch es kommt alles ganz anders: Rubleski führt sich plötzlich auf, als hätte er jahrelang im New Yorker Schlachthof gearbeitet. Der Eindruck eines außer Kontrolle geratenen Gulag-Golems verstärkt sich, als Rubleski Parker seine Lebens- und Todesphilosophie erklärt und immer wieder an blutigen Beispielen eindrucksvoll demonstriert, wie der neoliberale Raubtierkapitalismus der USA ausgelebt werden sollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2024
Ziemlich brutal ist der neue Krimi von Mark SaFranko, hält Rezensentin Maria Wiesner fest: Parker Saturn und Iwan Rubleski sind amerikanische Manager, die sich in New York aus geschäftlichen Gründen treffen. Bald und ohne Vorwarnung beginnt letzterer, sinnlos Menschen zu ermorden, "kaltblütig und sadistisch". Wiesner denkt bei der Lektüre an Michael Haneke, aber auch an Henry Miller und Georges Simenon. Es sind die zwischen "Rationalität und Irrsinn" changierenden Dialoge zwischen Saturn und Rubleski und die unzuverlässige Erzählstimme, die den Reiz des Textes für Wiesner ausmachen. Für sie bewegt sich der Roman zwischen Zeitdiagnose der amerikanischen Gesellschaft, Philosophie und Wahnsinn - ein düsteres und lesenswertes Buch.
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