Joachim Lottmann

Sterben war gestern. Aus dem Leben eines Jugendforschers

Roman
Cover: Sterben war gestern. Aus dem Leben eines Jugendforschers
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2021
ISBN 9783462000719
Kartoniert, 352 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Der Pate der Popliteratur ist wieder da - mit einem Roman über das Hier und Jetzt, über die brodelnde Gegenwart. Ein in die Jahre gekommener Jugendforscher begeistert sich an den Thesen Yuval Hararis, der der Menschheit eine medizinisch-biologische Revolution voraussagt. Alter und Krankheit werden besiegt sein, man wird 120 Jahre alt und dabei auch noch gesünder und fitter als jetzt. Derart euphorisiert, erlebt Dr. Johannes Lohmer die oft schmerzhafte Konfrontation mit den Jugendlichen der 'Generation Greta', über die er eine Studie schreiben muss. Er verwickelt sich in Abenteuer, verliebt sich, geht ins Kloster, verliert seine Gesundheit im Fitness-Studio, beginnt plötzlich die Jugendkultur zu hassen und noch mehr die Alten, zu denen auch er bald gehören wird. Dann aber bricht die Corona-Pandemie über das Land herein, und die Karten werden neu gemischt: die Jungen fühlen sich eingesperrt, die Alten sind es wirklich und fürchten den Tod. Für ihn, den "alten, weißen Mann", der nun Antirassismus-Sticker trägt, steigt der Panik-Pegel immer weiter. Aber dann kommt die Beruhigung und die Entschleunigung doch noch, wenn auch spät ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.07.2021

Rezensent Cornelius Pollmer amüsiert sich abermals mit einem Roman von Joachim Lottmann über sein Alter Ego Johannes Lohmer. Was der im fortgeschrittenen Alter angekommene Lohmer im Fitnessstudio erlebt, was er über die heutige Jugend denkt und über die eigene verlorene, das hat für Pollmer durchaus Charme. Nicht, weil dieser Lohmer ein so grundsympathischer Zeitgenosse wäre, sondern weil er das ihm Fremde immerhin in Erwägung zieht und nicht immer recht haben muss, wie Pollmer feststellt. Das Existenzialistische von Lottmanns Lieblingsautor Houellebecq fehlt dem Ganzen allerdings, meint der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.03.2021

Rezensentin Annette Walter bewundert Joachim Lottmann für seine leichtfüßige Ironie, seine stilistische Brillanz und die Fähigkeit Fakt und Fiktion unterhaltsam zu mischen. Lottmanns neuen Roman, der das Alter Ego des Autors durch die Corona-Krise begleitet und ihn über Identitätspolitik, die Linke und Gott und die Welt lästern lässt, liest Walter als Schelmenroman, der laut Rezensentin geschickt offenlässt, was der Autor wirklich erlebt hat und was bloß erfunden.

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