Manche Dinge ändern sich nie: Egal ob man alt oder jung ist, es tut gut, laut zu lachen oder wild zu tanzen, manches kann man auch nach siebzig Jahren noch nicht ausstehen. Doch manches ist auch ein kleines bisschen anders, wenn man alt ist. In einem Dialog zwischen Enkelkind und Großmutter wirft Bettina Obrecht philosophische Fragen zum Alter auf. Was macht Kindsein aus, was den letzten Lebensabschnitt? Und welche Eigenschaften sind einfach nur menschlich, egal wie alt man ist?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.12.2022
Rezensent Fridtjof Küchemann ist hin und weg, so gut gelungen findet er das neue Bilderbuch von Bettina Obrecht und Julie Völk - dass "sich da zwei gefunden" haben, hat er schon beim vorigen Bilderbuch über das Thema der Zeit gemerkt. Dieses Mal geht es um das Altwerden, und wieder setzen die Autorin und die Zeichnerin das anspruchsvolle Thema mit Fingerspitzengefühl in Szene, findet Küchemann. So werden Gemeinsamkeiten zwischen einer wirklich "großartigen" Großmutter und ihren zwei Enkelkindern aufgeführt: beide Lachen gerne, beide ärgert es, noch nicht alles oder nicht mehr alles zu können, aber im Kindesalter stünden einem viele Türe, im Alter eher wenige und eine ganz besondere offen, zählt der Kritiker beispielhaft auf. Nur die durchsichtig gezeichneten Figuren, die die Großmutter begleiten, sind Kindern vielleicht nicht gleich als Erinnerungen erkenntlich, vermutet er. Trotzdem ist er begeistert von diesem klugen Buch voller "Zärtlichkeit".
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