Jörg Fauser

Man hängt halt so an dem, was man hat

Briefe an die Eltern
Cover: Man hängt halt so an dem, was man hat
Diogenes Verlag, Zürich 2023
ISBN 9783257071634
Gebunden, 464 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Als 12-Jähriger regt er sich in einem Brief an den Vater mordsmäßig über einen Schriftsteller auf. Und mit nicht einmal 14 schreibt er über eine Bundestagsversammlung und schwärmt über den jungen SPD-Mann: "Schmidt aus Hamburg! Es war großartig! Hinreißend!" In jedem Brief zeigt sich eine neue Facette des weitsichtigen Beobachters, leidenschaftlichen Schreibers, unbestechlichen Journalisten und eben auch liebevollen sowie rebellischen Sohns Jörg Fauser.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2023

Rezensent Daniel Dubbe liest Jörg Fausers Briefe an die Eltern wie einen von Fausers Romanen. Dass es hier einen realen, prekären Hintergrund gibt, vergisst Dubbe allerdings nie. Wie Fauser sich in Istanbul und Berlin als Schriftsteller mit Drogenaffinität durchschlägt, kann er hier von Anbeginn mitverfolgen, kann an Fausers Höhenflügen und Abstürzen teilhaben und auch Fausers Meinungen über Politik und Kultur aus über zwanzig Jahren nachlesen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.04.2023

Einen der großen Außenseiter der deutschen Literatur kann Rezensent Frank Schäfer in Jörg Fausers Briefen an seine Eltern nun noch etwas besser kennenlernen: Anhand vieler eingänglicher, den rebellischen Charakter des Autors zeigender Zitate erzählt er von dessen Lebenslauf und der Beziehung zu seiner Familie, die zwischen Auswanderung nach London, Drogensucht und journalistischen Erfolgen Höhen und Tiefen und immer gegenseitige Verbundenheit erlebt. Der Kritiker hätte sich bei diesen interessanten Zeugnissen gewünscht, auch die Briefe der Eltern lesen zu können oder zumindest von editorischer Seite zu erfahren, warum sie nicht dabei sind. Trotzdem sind die Briefe für ihn nicht nur aus biographischer Perspektive aufschlussreich, sondern auch, um Fausers Verhältnis zu anderen (Beat-)Autoren wie Burroughs und Kerouac und zum Literaturbetrieb zu erkunden: Lieber, so erfährt Schäfer, verzichtete der Autor auf einträgliche Arbeiten, als zur "rückgratlosen Betriebsnudel" zu werden. Ein eindrückliches Zeugnis eines großen Schriftstellers, resümiert er.
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