Der "Klang"-Begriff hat im neueren Kunstmusikdiskurs eine kategoriale Aufwertung erfahren. Der Aspekt der Bedeutung ist dabei vielfach aus dem Blickfeld geraten. Doch wie viele semantische Spuren sind im Klang klassisch-moderner und Neuer Musik tatsächlich haften geblieben? Welche neuartigen Weltbezüge von Klang können jüngere Konzeptästhetiken herstellen? Und was eröffnet ihre analytische Freilegung?
Der Band nähert sich diesen Fragen aus musikhistorischen, kunstphilosophischen, gendertheoretischen und postkolonialen Perspektiven und versammelt Fallstudien zu Schönberg, Koechlin, Schulhoff, Schostakowitsch, Schaeffer, Boulez, Rihm sowie zur Konzeptkunst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2018
Rezensent Helmut Mauró bespricht aus diesem Sammelband eigentlich nur den Aufsatz der Musikwissenschaftlerin Nina Hoeske, den er allerdings mit Gewinn gelesen hat. Hoeske versucht sich in ihrer Studie an einer geschlechtsspezifischen Unterteilung von Klängen in der Musik, informiert der Rezensent, der hier liest, wie die Autorin verschiedene Komposition und Instrumente auf Klangfarben und deren Semantik abklopft, um schließlich festzustellen, dass es trotz einiger Tendenzen keinerlei ursächlichen Zusammenhänge hinsichtlich der Geschlechterspezifik gibt. Interessiert folgt er auch Hoeske Ausführen zu Klangwelten in der Oper - hier gestaltet sich das Geschlechterverhältnis hingegen deutlicher, lernt er.
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