Joey Goebel

Heartland

Roman
Cover: Heartland
Diogenes Verlag, Zürich 2009
ISBN 9783257066944
Gebunden, 720 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hans M. Herzog. Was haben Biertrinker und Wrestlingfans mit der großen Politik in Washington zu tun? Antwort: alles - Stimmen entscheiden, wer gewählt wird. John Mapother, Sohn der mächtigsten Familie im Provinznest Bashford, will in den amerikanischen Kongress, er hat nur keine Ahnung von der Welt seiner Wähler. Die hat aber sein jüngerer Bruder Blue Gene, das schwarze Schaf der Familie.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.05.2009

Am Ende rät Rezensentin Evelyn Finger (die 714 Seiten Roman in achtzig Zeilen Zeitung abhandelt) von der Lektüre ab. Sie misst Goebels Erstling "Heartland" an zwei Novellen des Autors, "Freaks" und "Vincent", die sie zum Bösesten in der Popliteratur zählt, und kreidet dem Roman dann das Fehlen der Kürze an: Er ist einfach zu ausführlich. Goebel, so meint Finger, kennt seinen mittleren Westen zu gut, er will zuviel darüber erzählen. Dass der Roman komische und treffende Szenen enthält und dass Goebel ein Meister der Peinlichkeiten ist, konzediert Finger immerhin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2009

Dass Romane ein Verfallsdatum haben, hat diese Lektüre der Rezensentin Christina Hoffmann vor Augen geführt. Obgleich Joey Goebels "White Trash"-Milieustudie die Reibungen zwischen Ober- und Unterschicht im Amerika der Gegenwart aufzeigt, spürt Hoffmann auf jeder Seite den Anachronismus eines Textes, der im Original bereits im Sommer des Wahljahres 2008 erschien. Ressentiments gegen amerikanische Politik und Macht, geäußert von Vertretern einer prekären Gesellschaftsschicht – das erscheint Hoffmann wenig relevant, da "zurzeit andere Themen in der Luft liegen". Holzschnittartige Figuren und dramaturgische Schwächen lassen ihr Interesse an diesem Buch gegen Null sinken.
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