Herausgegeben von Johann Reikerstorfer. J. B. Metz steht für eine Theologie, die Mystik und politisches Leben, Christentum und Öffentlichkeit, Glaubensgeschichte und Lebensgeschichte in einer neuen Weise zu verbinden sucht. Mit seinem Buch greift er aus theologischer Perspektive in die heute ebenso verbreitete wie weithin unbestimmte Rede von Spiritualität und Spiritualitäten ein. Sein Vorschlag einer Mystik der offenen Augen bringt nicht nur ein unverzichtbares Profil christlicher Spiritualität zur Sprache. Vielmehr schaltet sich Metz auch in die gegenwärtigen Krisendiskussionen um Gott und Kirche, Religionen und säkulare Welten ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2011
Wichtig, jedenfalls als Korrektiv, findet der Rezensent Jan-Heiner Tück das Plädoyer für eine "Mystik der offenen Augen" des Theologen Johann Baptist Metz - und zwar als Korrektiv, das den Wert der "Gerechtigkeit" gegen das der bloßen "Liebe" stellt, das Papst Benedikt als Theologe betont. Metz hat die Gräuel des Zweiten Weltkriegs erlebt und die Auseinandersetzung mit der Frankfurter Schule gesucht. Er kritisiert das Weltabgewandte mancher mystischen Richtung, stellt die Theodizee als Aufgabe ins Zentrum seiner Theologie, betont das Gedankengut der Apokalypse und den Aspekt der Befristung des Lebens. Tück lobt Metz als "Meister des essayistischen Stils", wird im letzten Absatz der Besprechung dann allerdings doch ziemlich kritisch. Viel Neues nämlich, bedauert er, sei in diesem Band nicht zu erfahren, Ähnliches habe man von Metz in den letzten Jahrzehnten oft gelesen. Die "Leidenschaft", die aus Metz' Texten spricht, lässt ihn dennoch nicht völlig unbeeindruckt zurück.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…