Aus dem Arabischen von Johann Christoph Bürgel. Der Koran leitete eine Blütezeit der arabischen Literatur ein. Prophetenbiografien und mystische Traktate, Reiseberichte und historische Werke, philosophische und wissenschaftliche Abhandlungen, aber auch kunstvolle Erzählungen, Anekdoten und Handbücher für das richtige Verhalten gehören zum weiten Spektrum der klassischen arabischen Literatur. Sie zeugt von einer klugen Weltoffenheit, einer undogmatischen Spiritualität, einem kritischen Forscherdrang, von Menschenkenntnis und Erzählfreude, Phantasie und Witz, wie sie mit der heutigen arabischen Welt kaum noch verbunden werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2008
Freudig begrüßt Stefan Weidner diese Anthologie mit klassischer arabischer Prosa vom siebten bis zum Ende des vierzehnten Jahrhunderts, die Johann Christoph Bürgel herausgegeben hat. Gerade im Blick auf diese Zeitspanne konstatiert er eine "gewaltige Rezeptionslücke". Vorliegender Band scheint ihm nun ein guter erster Schritt, diese Lücke zu schließen. Die ausgewählten mittelalterlichen Texte wirken auf ihn erstaunlich zugänglich, besonders die so genannte Adab-Literatur, eine Art schöngeistige Erbauungs- und Bildungsliteratur. Weidner hebt den Ansatz des Herausgebers hervor, einen Querschnitt durch alle Gattungen der Epoche vorzustellen - von erzählerischen Partien des Korans und des Hadith über die Schriften der arabischen Mystiker über wissenschaftliche, biografische und Reiseliteratur bis zu den arabischen Philosophen. Allerdings - das ist der Nachteil dieses Ansatzes - ist in Weidners Augen wegen des weiten Spektrums von Texten kaum ein Autor in "befriedigendem Umfang" vertreten. Gleichwohl schätzt er den Band als überaus verdienstvoll, eröffnet er doch einen schönen und aufschlussreichen Einblick in die gesamte klassische arabische Prosaliteratur.
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