Die Deutsche Bahn AG ist eine Tragikomödie. Warum sonst buhen die Reisenden sie wegen der permanenten Verspätungen aus und spenden Beifall, wenn überhaupt noch ein Zug fährt? Wie konnte es dazu kommen? Wurde sie kaputtgespart und heruntergewirtschaftet, und wenn ja, warum? Und welchen Einfluss haben die Bahnpakete der Europäischen Union auf das Geschehen im deutschen Zugverkehr? Starke Schiene - so lautet das neue Motto der Deutschen Bahn. Alles soll in den kommenden Jahren besser oder sogar erstklassig werden: das Schienennetz, der Komfort in den Wagen, der Service, die Anschlüsse und die Pünktlichkeit. Fragt sich nur, ob der versprochene Deutschlandtakt zumindest von den jungen Leuten noch erlebt werden kann. Und ist die von einigen politischen Parteien geforderte Trennung von Netz und Eisenbahnbetrieb sinnvoll? Bis 2030 will die Deutsche Bahn vierzig Streckenabschnitte einer Generalsanierung unterziehen. Allerdings ist nicht erkennbar, dass das dafür notwendige Geld auch vom Bund bereitgestellt wird. Aber wer sonst kann die angekündigte Großsanierung des für den Klimaschutz so wichtigen Verkehrsträgers Eisenbahn finanziell absichern? Zudem sind bautechnische Probleme - wie etwa beim Projekt Stuttgart 21 - und andere Störfaktoren fast vorprogrammiert. Kann das deutsche Bahnsystem noch die Kurve kriegen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2024
Auf die Deutsche Bahn schimpfen kann jeder, weiß Rezensent Edo Reents, aber Johann-Günther König kann mehr. Der Autor beschreibt in diesem Buch nicht nur den desolaten Zustand der Bahn, sondern er klärt auch über die Ursachen auf. Die sind im Bereich der politischen Entscheidungen und auch in Entscheidungen des Bahnvorstands zu suchen, insbesondere die Versuche, die Bahn profitabel zu machen, haben sich als fatal erwiesen, liest der Kritiker. Er zeichnet mit König nach, wie etwa nach der Bahnreform 1994 nichts besser und vieles schlechter wurde, als ein Grundübel macht das Buch die Trennung von Netz und Betrieb aus. Solange sich die Politik nicht darauf besinnen wird - und ein solches Umdenken ist nicht in Sicht -, die Bahn in ihren Kernkompetenzen zu stärken und zum Rückgrat einer ökologisch nachhaltigen Verkehrsinfrastruktur zu machen, wird sich daran auch nichts ändern, resümiert ein frustrierter Rezensent die lohnende Lektüre.
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