Wohl keine Erfindung des 19. Jahrhunderts hat die Lebensbedingungen und den Erfahrungshorizont der Menschen so radikal verändert wie die der Eisenbahn. Ihre Geschichte ist eng mit der wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen, aber auch der militärischen Entwicklung Deutschlands verwoben. Die Deutsche Bahn AG konnte acht namhafte Autoren und Wissenschaftler gewinnen, die Geschichte der Eisenbahn zu schreiben.
Geteilter Meinung ist Ulrich Speck bei diesem Band. Einerseits begrüßt er, dass endlich eine Abhandlung über die Bahn auf hohem wissenschaftlichen Niveau veröffentlicht (und das Thema damit "aus den Hinterzimmern der Liebhaber geholt") wurde. Andererseits ist er jedoch der Ansicht, dass sich die Autoren zu sehr auf wirtschaftliche, technische und politische Aspekte des Themas beschränkt haben. Kultur- und Sozialgeschichte der Bahn hätten seiner Meinung nach durchaus ausführlicher behandelt werden sollen. Stattdessen lese sich dieses Buch wie eine "unendliche Variation zum Thema Bahnreform", da die Autoren ihr Augenmerk sehr stark auf das Spannungsfeld zwischen staatlichen und wirtschaftlichen Interessen richten. Insgesamt jedoch lobt der Rezensent den Band als "durchaus beeindruckend".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Paul Nolte würdigt diesen Sammelband mit Essays renommierter deutscher Historiker in einer ausführlichen Kritik. Der Band schildere die Geschichte des Verkehrsmittels aus der Perspektive der "Unternehmensgeschichte" und untersuche die Wechselbeziehungen zwischen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Wer die "Tiefendimension" vieler Probleme, die die Bahn noch heute habe, verstehen wolle, finde in dem Buch viel Stoff - dies gelte etwa für das Dilemma zwischen Staatsbetrieb und Privatunternehmen, oder auch für die Frage, warum Frankreich lange vor Deutschland einen Hochgeschwindigkeitszug auf die Geleise setzen konnte. Mit Interesse bespricht Nolte unter anderem die Essays über die Weimarer Zeit, die Nazizeit, die DDR und die Privatisierung. Nolte schließt mit dem Bedauern, dass das Eisenbahnunglück von Eschede keinen Eingang mehr in den Band fand.
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