Die beiden Bände enthalten 50 Texte im Umkreis der Historik, d.h. wesentliche Materialien zur Entwicklungsgeschichte der Droysen'schen "Historik": geschichtstheoretische Aufsätze, Denkschriften (über das Bildungswesen und den Wissenschaftsbetrieb), programmatische Buchbesprechungen, richtungweisende Vorträge, ferner Gedichte, persönliche Briefe und Auszüge aus der Personalakte, vor allem aber die theoretischen Einleitungen in seine thematischen Geschichtsvorlesungen - wie z.B. in die Alte Geschichte (in verschiedenen Fassungen).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.12.2008
Als reichhaltige Frucht jahrelanger Entzifferungsarbeit begreift Uwe Walter die vorliegende historisch-kritische Ausgabe von Johann Gustav Droysens "Historik". Erst durch den sorgfältigen Kommentar von Horst Walter Blanke wird dem Rezensenten Droysens gegen Spekulation und einfache Quellenkritik gerichteter Entwurf einer Methodologie der Geschichte so recht verständlich. Besonders aufschlussreich findet Walter die hier zu lesenden Einleitungen zu Droysens Berliner und Kieler Vorlesungen. Darin scheint ihm Droysens Begriff der Kontinuität auf dessen universalgeschichtlicher Vorstellung zu ruhen. Der Zusammenfügung von Hegels Geschichtsphilosophie mit der Hermeneutik empirischer Erkenntnisprozesse wohnt der Rezensent staunend bei und erkennt die Ebenbürtigkeit von Droysens Deutung des erkennenden Menschen mit den radikalen Entwürfen von Marx und Burckhardt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2008
Gangolf Hübinger begrüßt diesen von Horst Walter Blanke herausgegebenen Band mit Texten Johann Gustav Droysens, die dem "Umkreis der Historik" zuzurechnen sind. Dass Blanke das Projekt Peter Leyhs, Droysens "Historik" historisch-kritisch zu edieren, wieder aufgenommen hat, weiß er als Freund und Verteidiger des Historikers sehr zu schätzen. Vorliegender Band mit 50 bislang meist unpublizierten Briefen, Rezensionen, Denkschriften oder Vorträgen Droysens hat in seinen Augen allerdings einige Mängel. Er hält Blanke vor, Konzeption und Auswahl lediglich auf einer knappen Seite zu besprechen. Dabei vermisst er besonders eine Begründung, "nach welchen Gesichtspunkten die Wahl und die halb-chronologische Reihung der Texte einer Erhellung der Historik dienen". Manch ausgewählter Text scheint ihm in dieser Hinsicht nämlich kaum von Nutzen. Andererseits findet er in dem Band auch Texte, die ihm höchst instruktiv erscheinen, wie etwa die Vorlesungseröffnung "Über den öffentlichen Zustand Deutschlands" in der vorrevolutionären Phase von 1845.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…