Diese Einführung präsentiert einen ernst zunehmenden Gesprächspartner in aktuellen Fragestellungen: Ob es um die Interpretation der Umweltkrise nicht als Krise der Natur, sondern als Krise unserer selbst, ob es um die heutige Diskussion um Mono- oder Polytheismus oder um eine moderne Erklärung der Genialität geht - bei Schelling wird der Leser fündig. An Schlüsselbegriffen zeigt Jacobs Schelling als konsequenten Denker der Freiheit und gibt somit einen Ariadnefaden durch die Schellingsche Philosophie an die Hand.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2004
Rundum gelungen findet Hans Jörg Sandkühler dieses "gute Buch", in dem Wilhelm G. Jacobs eine biografische Skizze Schellings mit den wichtigsten Problemfeldern seines Denkens verknüpft - von der Mythologie über "Selbstbewusstsein und Freiheit" zu Natur, Kunst, Geschichte, Religion und Vernunft. Als einen der "besten Kenner" Schellings würdigt Sandkühler den Autor, der auch Mitherausgeber der historisch-kritischen Schelling-Ausgabe und Mitbegründer der Internationalen Schelling-Gesellschaft ist. Jacobs lade auf leichte Weise ein, ein schwieriges Werk zu lesen, und räume dabei auf mit einigen Fehlurteilen über Schelling auf, lobt Sandkühler. Aus mehreren Gründen passt das Buch für ihn gut in die Zeit: Es streite gegen die Verachtung der Philosophiehistorie und porträtiere einen Philosophen der Freiheit. Zudem räume es auf mit der Legende über den Deutschen Idealismus, den Fichte begonnen und Hegel vollendet haben soll. Jacobs zeichne dagegen einen Schelling, der mit Kants offenen Problemen innovativ umzugehen wusste. "Dieses Buch", resümiert der Rezensent, "macht auf einen radikal kritischen Denker neugierig, der 'mehr Zeitgenosse ist als alle anderen Idealisten'."
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