Mit 45 Fotografien. Ein roter Faden durchzieht die Bibel, der bisher kaum wahrgenommen wurde: Der Untergang der Heimat, Flucht, Exil und die Sehnsucht nach Rückkehr in ein gelobtes Land prägen Geschichten, prophetische Reden und Lieder. Johann Hinrich Claussen zeigt, welche realen historischen Erfahrungen von Zerstörung, Flucht und Exil den Texten zugrunde liegen. So erweist sich die Bibel als ein Produkt traumatischer Erfahrungen. Ihre Geschichten, Lieder, Gebote und Theologien wurden Verfolgten und Vertriebenen zur neuen, unverlierbaren Heimat - und sind es für viele Menschen bis heute. 45 Fotografien aus den Jahren 1860-1950, teils einzigartige historische Dokumente von namhaften Fotografen, zeigen, wie Menschen überall auf der Welt durch Krieg, Verfolgung und Not heimatlos werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2018
Hannah Bethke wird zur passionierten Bibelleserin mit Johann Hinrich Claussens Versuch, die Bibel als Buch der Fluchtgeschichten neu zu lesen und der Kirche in kirchenfernen Zeiten Relevanz zurückzugewinnen. Wohltuend und erkenntnisreich scheint ihr, wie der Theologe die Dialektik von Eigenem und Fremdem in der Offenbarung des Johannes, den Missionsreisen von Paulus oder in Kains Schicksal entdeckt und mit thelogischen Reflexionen versieht. Antworten der Kirche auf gegenwärtige Fragen werden für Bethke vernehmbar, wenn Claussen die Tragik von Verfolgung und Flucht veranschaulicht, ohne zu moralisieren. Ein Buch für theologische Laien wie für Kenner, meint sie.
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