Aus dem Finnlandschwedischen von Wibke Kuhn. Leilas finnische Mutter ist zum Islam konvertiert. Seitdem interessiert sie sich nur noch für die korrekte Auslegung des Korans. Sogar Familienfotos sind verboten. Leilas Vater kommt aus dem Maghreb und ist selbst Muslim aber dieser Fanatismus ist ihm viel zu anstrengend. Und ihre große Schwester Samira ist längst vor dieser verrückten Familie geflohen. Alleine ist es schwer für Leila, zu Hause den Verstand nicht zu verlieren. Dann wird Samira eines Tages schwer verletzt am Fuß einer Treppe gefunden. Ist sie gefallen? Oder wurde sie gestoßen? Leila versucht herauszufinden, was mit ihrer Schwester passiert ist. Das Leben zwischen den Kulturen ist gefährlich, besonders für Mädchen. Aber Leila weigert sich, Opfer zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2014
Merklich beeindruckt fasst Meike Feßmann den Roman "Asphaltengel" der finnlandschwedischen Autorin Johanna Holström zusammen, die Geschichte zweier Schwestern aus muslimischem Elternhaus, die sich in einem "Klima aus Rassismus und Sexismus" behaupten wollen. Dabei, stellt die Rezensentin klar, sind die Konflikte nur vordergründig religiös, in Wahrheit seien es die gesellschaftlichen Mechanismen aus "Dominanz und Zugehörigkeit", Repression und Erniedrigung, denen sich junge Frauen nicht nur in Finnland tagtäglich ausgesetzt sehen. Zugleich sexy und keusch zu sein, meint Feßmann, ist ein Anspruch, dem ein Mädchen kaum ohne Verlust seines Selbstwerts gerecht werden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 07.10.2014
Johanna Holmströms harter Roman "Asphaltengel" hat Sylvia Staude ziemlich beeindruckt. Die Autorin, die arabische Literaturwissenschaft studiert hat und mit einem Muslim verheiratet war, verbreitet keine fröhliche Multikultistimmung. Es leiden eigentlich alle Protagonisten in diesem Roman: der maghrebinische Vater, der sich gegen Beschimpfungen nicht wehrt, die finnische Mutter, die wer weiß was mit ihrer Konversion zu einem orthodoxen Islam kompensiert, die Töchter, die den Druck zu Hause nicht aushalten. Aber auch die autochthonen Finnen sind nicht viel besser dran, so Staude. In der Schule werden die Schwächeren gnadenlos unterdrückt, die Lehrer schauen weg. Staude findet das sehr alltagsnah erzählt und bewundert den Mut der Autorin zur "Beherztheit".
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