Johannes Berchtold (Hg.), Johann Frank (Hg.)

Ethos der Macht

Cover: Ethos der Macht
Duncker und Humblot Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783428195718
Gebunden, 740 Seiten, 59,90 EUR

Klappentext

Unsere Welt befindet sich im Umbruch: Neue geopolitische Rahmenbedingungen führen zu strategischen Verschiebungen in den Machtverhältnissen. Die Europäische Union muss sich mit Grundlagen der legitimen politischen Machtausübung auseinandersetzen, wenn Selbstbehauptung und Verwirklichung europäischer politischer Kultur und Identität Zukunft haben sollen. Die Forschungsbeiträge dieses Sammelbands befassen sich mit den philosophischen Grundlagen der Macht, der Machtausübung, dem Machtverständnis der Europäischen Union - auch im Vergleich zu anderen Mächten und deren Machtbewusstsein. Die empirische Analyse der aktuellen strategischen Lage erfährt ihre Orientierung und Systematisierung durch eine fundierte philosophisch-begriffliche Reflexion. Das "Ethos der Macht", der verantwortungsvolle Umgang mit Macht, ist der gemeinsame Horizont der im vorliegenden Band vertretenen Forschungsgruppe. Die Stärkung der Wirkmächtigkeit der Europäischen Union im Inneren und im Außenverhältnis ist der gemeinsame Zweck. Dies geht Hand in Hand mit der Intention, die Macht in den Dienst von Freiheit und gegenseitiger Anerkennung zu stellen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.02.2026

Rezensent Marko Martin findet das Anliegen diesen von Johann Frank und Johannes Berchtold herausgegeben Bandes, aus verschiedensten Perspektiven über Macht und ihre Geschichte zu informieren, durchaus ehrenwert, die Umsetzung behagt ihm aber weniger. Keine Autorinnen, keine Osteuropäer, obwohl viel über die Ukraine geschrieben wird, dafür ein Medizinethik-Professor aus Jena, der russische Propagandalügen übernimmt, oder ein Philosoph, der aufopferungsvollen Demokraten "Hypermoral" und "gutmenschliche Ideologien" vorwirft, ärgert sich Martin. Johannes Berchtold legt zwar eine lobenswerte Analyse des Christentums als Basis der Gewaltenteilung vor, aber insgesamt ärgert den Kritiker die eingeschränkte Perspektive des Bandes mehr als dass gelungene Beiträge ihn zu einer positiven Bewertung bewegen können.

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