Einst verwöhnte das Kap der Guten Hoffnung mit Schlagzeilen, wie man sie gern liest. Ein nach 27 Kerkerjahren endlich freigelassener Nelson Mandela gewann die ersten allgemeinen Wahlen, wandte sich versöhnend der weißen Bevölkerungsminderheit zu und legte das Fundament für einen Traum der aufgeklärten Menschheit: die Regenbogennation. Gut zwei Jahrzehnte später droht der macht- und geldgierige Nachnachfolger Mandelas, Jacob Zuma, das Kap mitsamt der Guten Hoffnung zu Grunde zu richten.
Johannes Dieterich lebt seit Jahrzehnten mit seiner Familie in Johannesburg und ist dennoch davon überzeugt, in einem der schönsten und interessantesten Länder der Welt zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2017
Cappucino - eine schwarze Basis, darüber ein wenig weißer Schaum und darauf ein paar dunkle Schokoladenstreusel, anhand dieser Metapher beschreibt der Südafrika-Korrespondent Johannes Dieterich das Land, aus dem er seit über zwanzig Jahren berichtet, so Rezensentin Viola Schenz. Dieterich schreibt in seinem Länderporträt über sein Leben in Südafrika, seine Familie, Freunde, Bekannten, Angestellten und Mitarbeiter und über eine Gesellschaft, die auch über zwanzig Jahre nach dem Ende der Apartheid die Rassentrennung noch kaum überwunden hat. "Die Südafrikaner brauchen gar keine Gesetze mehr, um sich voneinander fernzuhalten", zitiert Rezensentin Viola Schenz das Resümee des Autors und lobt Schonungslosigkeit, Klarheit und Kenntnisreichtum in der Darstellung des Landes, das immer noch weit entfernt ist von dem "egalitären Modellstaat, zu dem Übervater Nelson Mandela einst aufgerufen hat".
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