Von Peter Alexander, Thapelo Lekgowa und Botsang Mmope. Am 16. August 2012 werden in Marikana 34 Minenarbeiter, im Streik für die Anhebung von Mindestlöhnen, von der Polizei kaltblütig ermordet. Es ist das größte staatliche Massaker an Bewohner_innen Südafrikas seit dem formellen Ende der Apartheid. In den Massenmedien sind es jedoch die Arbeiter_ innen, die kriminalisiert werden; es heißt, die Polizei hätte aus Notwehr gehandelt. Das Buch setzt dem die bisher marginalisierte Sicht der Arbeiter_innen entgegen. Die Analysen und Interviews zeigen, dass das Massaker ein geplantes Unterfangen mächtiger Agent_innen von Staat und Kapital waren. Das Ereignis verweist aber auch auf Geschichte und Gegenwart von Sklaverei, Kolonialismus, Rassismus, Apartheid und globaler kapitalistischer Ausbeutung.
Robert Misik bedenkt diesen von Jakob Krameritsch herausgegebenen Reader über die getöteten Bergarbeiter von Marikana mit viel Anerkennung. Die Beiträge des Bandes zeichnen für ihn ein überzeugendes Bild des Streiks der Minenarbeiter von Marikana, einer Platin-Mine in der Nähe von Johannesburg, der in einem Massaker an den Arbeitern mündete. Misik bescheinigt den Autoren, die Ereignisse und die Dynamik der Eskalation eindrucksvoll und minuziös recherchiert aufzuzeigen. Zudem findet er in dem Band eingehende Interviews, in denen die Arbeiter ihre Lebens- und Arbeitsumstände sowie die Gründe für den Streik schildern. Damit ist dieses wichtige Buch seines Erachtens auch ein Stück "packende soziologische Feldforschung".
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