Von Karl dem Großen bis zu Dante, den Wikingern bis zu den Mongolen, den Erfindungen (die Brille zum Beispiel oder die Kanonen) bis zu den ersten Universitäten, der Goldenen Bulle bis zum Minnesang - in rund dreißig Essays schildert dieser Band die reiche Welt des Mittelalters, was in ihr geschah und warum sich unsere Erinnerung daran so oft verwandelt hat, vor allem aber erzählt es uns, wie das Mittelalter die Welt von heute unendlich vielfältig geprägt hat. Kein anderes Zeitalter ist so beliebt bei den Lesern historischer Romane und zugleich so verdunkelt durch Klischees und Vorurteile, wie das Jahrtausend des Mittelalters mit seinen Rittern und Burgen, Kathedralen und Klöstern, Kreuzzügen und Fabelwesen. Doch nicht wenig von der historischen Wahrheit ist auf dem langen Weg zu den Erinnerungsorten von heute abhanden gekommen oder durch phantasievolle Legenden und politisch nützliche Erfindungen ersetzt worden. Dieser Band ist ein Lesebuch zur Geschichte des Mittelalters.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2012
Johannes Fried und Olaf B. Rader, die beiden Herausgeber von "Die Welt des Mittelalters" sind Rezensent Gerd Althoff als Autoren historischer Forschungsliteratur in bester Erinnerung, dennoch muss der Kritiker gestehen, dass er mit dieser Aufsatzsammlung nicht uneingeschränkt zufrieden ist. Auch wenn Althoff nichts gegen die Hinwendung zu einem breiteren Lesepublikum einzuwenden hat, erscheint ihm das Bild vom "finsteren Mittelalter", das die Herausgeber in der Einführung entwerfen, doch zu klischeehaft. Unter den dreiunddreißig Beiträgen, die sich mit den gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Funktionen von mittelalterlichen Erinnerungsorten - den von verschiedenen Trägergruppen konstruierten Bildern der Vergangenheit, so Althoff - auseinandersetzen, hat der Rezensent zwar durchaus brillante Artikel wie etwa Alfred Haverkamps Beitrag über die jüdischen Friedhöfe in Europa oder Herman Kamps Abhandlung über die Wandlungen der "Burgund"-Bilder gelesen, leider aber auch mangelhafte und allzu spezialisierte Aufsätze, die ihm zu beliebig zusammengestellt erscheinen.
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