Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.05.2005
INach einem Besuch bei Johannes Jansen beschreibt uns Jörg Magenau den Dichter als jemanden, der gegen das allgemeine Getöse anflüstert. In seinem Porträt preist der eingenommene Rezensent auch zwei Bücher Jansens: Die Notate "Liebling, mach Lack!" zum Beispiel, die der Verlag kookbooks sehr "liebevoll" als Sammlung loser Blätter ediert hat, wie Magenau lobt. Die Aufzeichnungen entstammen Jansens Zeit bei der NVA, in der er von 1985 bis 1987 Dienst geleistet hat."Wild und böse" findet Magenau diese Blätter, auf denen der junge Rekrut die Zumutungen des Kasernenlebens festgehalten hat, die Kommandos, die Gewalt, den rohen Sex und die Langeweile. Geschrieben hat Jansen übrigens auf Papier aus einem NVA-Fahrtenbuch. Und wie der Rezensent noch erzählt, kam Jansen erst einmal in Arrest, als seine Aufzeichnungen den Offiziellen unter die Augen kamen. Ein wenig schade, findet der Rezensent nur, dass die Schrift schlecht lesbar ist, so dass er die Transkriptionen zu Hilfe nehmen musste.
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