Annika Scheffel

Ben

Roman
Cover: Ben
Kookbooks Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783937445403
Gebunden, 269 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Benvolio Antonio Olivio Julio Toto Meo Ho Schmitt weiß Bescheid: Lea wird sterben. Drei Mal darf er seine große Liebe treffen, beim vierten Mal kommt der Tod und steckt sie in seinen Stoffbeutel. Ben flieht. Unterwegs verliert er seine Namen und ohne es zu wollen nimmt er Einfluss: Er setzt Herrn May in Bewegung, verursacht den Weltuntergang hinter dem Spiegel und bringt seinen Vater auf die Insel. Und Ben stellt fest: Alleinbleiben ist gar nicht so einfach.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.11.2010

Rezensentin Andrea Lüthi hat Gefallen gefunden an diesem unkonventionnellen Debütroman von Annika Scheffel, dessen skurriles Personal sie sehr charmant zu finden scheint: Benvoglio Antonio Olivio Julio Toto Meo Ho Schmitt ist der Held des Ganzen, und weil ihm geweissagt wurde, dass er seiner großen Liebe viermal im Leben begegnen wird, bis sie stirbt, gerät er ein wenig aus der Bahn. Aber auch die anderen Personen - seine grauen Eltern, die Plastiktütenfrau und der alte Herr May - sind eher hilflos in die Welt geworfen. Lüthi wundert es also gar nicht, dass irgendwann der "sanfte Tod im gelben Gummiboot" kommt und eine Figur "in seinen Stoffbeutel" steckt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.07.2010

Welch ein Debüt!, ruft Christopher Schmidt. Dabei hatte er zunächst durchaus die Befürchtung, die Autorin könnte an dem in ihrem Roman zwischen Ben und Lea verhandelten Weltschmerz selbst erkranken. Als Erlösungsmärchen aber funktioniert hier ja möglicherweise weniger die Coming-of-Age-Geschichte als das Schreiben des Buches selbst. Annika Scheffel jedenfalls schafft es laut Schmidt, das Genre zu unterlaufen, ihm mit Poesie, Sprachwitz und Mut zum großen Gefühl eine frische Note zu geben und sich nicht durch die bleischwere Wirklichkeit lähmen zu lassen. Schön.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2010

Ein wenig zu süß schmeckt diese Geschichte einer Amour Fou dem Rezensenten schon. Allerdings: Es ist ein Debüt und auch nicht ohne Reiz, wie Martin Halter einräumt. Reizvoll etwa erscheint ihm die "gewisse tänzerische Leichtigkeit" von Annika Scheffels Fantasie. Zwar scheinen ihn Satz, Layout und Cover des Buches noch mehr zu faszinieren als die jungen Oblomows mit WG-Anschluss im Text. Das ziemlich robuste Selbstverständnis, das der Roman allen Fährnissen der Gegenwart entgegensetzt, hat Halter jedoch nachhaltig imponiert, auch allen Albernheiten in der Sprache, die das Buch zu bieten, hat zum Trotz.
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