Unter Mitarbeit von Stanislaw Dziwisz. Aus dem Polnischen von Anna und Stefan Meetschen. Der Band dokumentiert das geistliche Leben Karol Wojtylas (Johannes Pauls II.) und gibt Einblicke in die Geheimnisse seiner Seele. Als Bischof, dann als Kardinal und schließlich als Papst verfasste Wojtyla persönliche Notizen während seiner jährlichen Exerzitien. In zwei Hefte schrieb er meditative Gedanken, innere Erlebnisse und Gebete nieder. Seine Selbstverpflichtung "Vom Beten die Kraft für die Arbeit nehmen!" fasst gut zusammen, worum es ihm in diesen Aufzeichnungen vor allem geht. Den Notizen eignet somit ein vorwiegend spiritueller Charakter - sie sind kein Tagebuch im klassischen Sinn. Wir begegnen in ihnen einem Menschen, der sich um ein immer tieferes Eindringen in das Geheimnis Gottes müht, gleichzeitig aber um seine Schwächen weiß und ganz und gar auf Gott vertraut. Diese Aufzeichnungen bezeugen, welche geistliche Entwicklung der Mensch, Bischof, Kardinal und Papst genommen hat und welch herausragendes spirituelles Format Johannes Paul II. besaß. Hier liegen die von Kardinal Dzwisz veröffentlichten Dokumente originalgetreu und ohne Kürzungen erstmals in deutscher Übersetzung vor.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2014
Als Vermächtnis eines leidenschaftlichen Gottsuchers liest Jan-Heiner Tück die nun gegen seinen Willen publizierten persönlichen Aufzeichnungen Papst Johannes Paul II. Zwar entdeckt Tück im Band auch Lektürehinweise zu Graham Greene, Pasolini, Heidegger und natürlich Ratzinger. Doch bleibt der Fantasie des Rezensenten überlassen, wie Karol Wojtyla diese aufnahm. Wie Wojtyla zwischen 1962 und 2003 sein spirituelles Profil schärfte, wie er mit Gott Zwiesprache hielt und sich in die Haltung Marias einübte, das kann Tück indes in dieser ihm als "ansprechend" erscheinenden Ausgabe nachlesen.
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