Es gibt wenige Orte, die die Fantasie über Jahrhunderte so sehr entzündet haben wie der Nordpol. Seine Eroberung dauerte mehr als hundert Jahre und forderte viele Todesopfer. Sie wurde zu einer Kette von Tragödien und Dramen, zu einer endlosen Saga von Mut und Stolz, von Überheblichkeit, Neid und Verrat. "Auf brüchigem Eis" schildert die Geschichte des Wettlaufs zum Pol, in dessen Mittelpunkt das abenteuerliche Leben des amerikanischen Polarforschers Frederik Cook und seine Rivalität mit Robert Peary steht - zwei Männer, die beide vor einhundert Jahren aller Welt erzählten, sie hätten den Nordpol entdeckt. Cook und Peary bewiesen in den Eiswüsten des Nordens nicht nur ihre Größe, sondern zeichneten sich auch durch Niedertracht und Gewalt aus, als würde die schneidende Kälte den Menschen schonungslos bis in sein dunkles Innerstes sezieren. Eine Parabel über tödlichen wissenschaftlichen Ehrgeiz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.09.2009
Mit seinem Buch über den Entdecker und Arzt Frederick A. Cook unternimmt Johannes Zeilinger den Versuch einer Rehabilitierung, kann damit den Rezensenten Christian Jostmann allerdings nicht recht überzeugen. Cook wurde vom Arktisforscher Robert Peary vorgeworfen, er habe überhaupt nicht als erster (in Begleitung von zwei Eskimos) den Nordpol überquert , und in Wahrheit sei er selbst, Peary, als Erster am Pol gewesen, erklärt der Rezensent. Zeilinger müht sich in seinem Buch, seinen Protagonisten als Opfer einer "Schlammschlacht" darzustellen, wobei er bei der Charakterisierung der Kontrahenten allerdings zur Schwarzweißmalerei neigt, wie der Rezensent feststellen muss. Auch Zeilinger bleibt die Beweise für Cooks Nordpolüberquerung schuldig und zieht sich auf die kühne These zurück, Cook habe auf jeden Fall geglaubt, am Pol gewesen zu sein, so Jostmann. Damit allerdings macht es sich Zeilinger in seinen Augen zu leicht, zumindest als "lesbare Biografie" lässt der Rezensent das Buch aber durchaus durchgehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.04.2009
Rezensent Philipp Felsch, als Mitarbeiter am Lehrstuhl für Wissenschaftsforschung der ETH Zürich ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet, macht Lust auf die Lektüre der Geschichte dieser Geschichte über die vermeintliche Entdeckung des Nordpols vor hundert Jahren. Minutiös rekonstruiere Johannes Zeilinger Geschichte und auch Rezeptionsgeschichte der Polentdeckung, um die sich zwei Männer, nämlich der amerikanische Ingenieur Robert Peary und sein ehemaliger Schiffsarzt Frederick Cook gestritten hätten. Dabei unternehme Zeilinger den Versuch, den einst diskreditierten Cook zu rehabilitieren und das "Peary-Establishment" zu entlarven. Der Leser darf dabei in Abgründe von Bosheit und Besessenheit schauen. Felsch ist auch hocherfreut, dass diesem spannenden Werk auch eine flammende zeitgenössische Abrechnung von Karl Kraus beigegeben ist, die in Abrede stellt, dass überhaupt einer der beiden Kombatanden den Pol erreichte - eine Sicht, die der Rezensent offensichtlich teilt.
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