"Ein Geschenk für Rosa" ist das letzte Buch, das John Berger vor seinem Tod veröffentlichte. Er erforscht das eigene Schreiben und dessen untrennbare Verbindung zu Malerei, Fotografie und Musik, spiegelt sich in Geistesgefährten wie Charlie Chaplin, Albert Camus und Rosa Luxemburg. Berger nimmt Abschied von Künstlerfreunden und Verwandten wie seinem Onkel Edgar, der stets drei Brillen bei sich trug. Immer weisen seine Worte über das Selbstporträt hinaus, hinterfragt und erschließt seine Literatur auf einmalige Weise unsere Welt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2018
Rezensent Thomas David wird ein wenig wehmütig zumute angesichts dieses letzten Buches des 2017 verstorbenen John Berger. Noch einmal bewundert der Kritiker die außergewöhnlich Wahrnehmungskunst des Schriftstellers, der ihm hier in zwölf überwiegend zwischen 2014 und 2015 entstandenen, teils mit eigenen Zeichnungen ausgeschmückten Texten unter anderem von seiner erneuten Lektüre von Camus' Romanfragment "Der erste Mensch" erzählt, sich an die Helden seiner Kindheit und Jugend erinnert oder ihm von seiner Bewunderung für Rosa Luxemburg erzählt. Beinahe meint der Rezensent das "leise Kratzen des Füllfederhalters auf dem Papier" zu hören. Und Bergers einzigartiger Menschlichkeit verzeiht David auch gern die ein wenig "unnachgiebige" Kritik am "neoliberalen Dogma".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.05.2018
Nico Bleutge schätzt den Autor und Maler John Berger wegen seiner sprachlichen Sensibilität. Die kurzen Texte in dem von Hans Jürgen Balmes besorgten Band enthalten die ganze Kunst Bergers, meint Bleutge. Egal, ob der Autor Charlie Chaplin porträtiert oder ein Bild betrachtet, immer staunt der Rezensent, wie sich unterschiedliche Welten in den Texten vereinen und der Leser etwas zu erkennen eingeladen ist, was er noch nicht sah. Privates und Politisches mischen sich laut Bleutge auf gewinnbringende Weise.
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