John Burnside

Über Liebe und Magie

I Put a Spell on You
Cover: Über Liebe und Magie
Penguin Verlag, München 2019
ISBN 9783328600893
Gebunden, 288 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Das autobiografische Schreiben ist für John Burnside existenziell. Mit "Lügen über meinen Vater" und "Wie alle anderen" hat er radikal ehrlich aufgedeckt, woher die dunklen Stoffe stammen, die er ins seinen hochgelobten Gedichten und Romanen literarisch verarbeitet. Im vorliegenden Band wendet er sich nun jener Kraftquelle zu, aus der er wohl am meisten schöpft: der Liebe in all ihren Ausprägungen. Mal beschützend wie die Liebe einer Mutter in kleinen, zärtliche Gesten, mal berauschend wie das erste Verliebtsein, mal gefährlich wie heimliche Liebschaften, mal destruktiv wie sexuelle Hörigkeit. Es ist diese gefährliche Seite der Liebe, die den Autor fasziniert und ihn in menschliche Abgründe blicken lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.01.2020

Cornelia Geißler sieht Helles in all dem Dunkel der Erinnerung von John Burnside. Die Kraft, die nötig ist, um sich souverän darin zu bewegen, wie es der Autor vormacht, scheint ihr immens und "anstiftend". Das leichte Unbehagen beim Griff zu diesem Autor wird diesmal für Geißler relativiert, da Burnside eine glückliche Jugend "behauptet" und von der Liebe in ihren Erscheinungsformen erzählt, angeregt durch Musik, "an seiner Biografie entlang", wie Geißler erklärt. Die Mutter des Autors kommt laut Geißler ebenso vor wie die Frauen seines Lebens. Die Form des mäandernden Erzählens stellt hohe Anforderungen an den Übersetzer, die Bernhard Robben aber aufs Beste erfüllt, so die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2020

Rezensentin Angela Schader hält John Burnsides neues Buch für eine gute ergänzende, wenngleich nicht einführende Lektüre zu Burnsides Werk. Texte wie der über die Mutter des Autors, über Nan Goldin oder über Narziss führen Schader entlang von Burnsides Lebens- und Liebesgeschichten und von leitmotivischen Begriffserkundungen zum Schönen im Abseitigen, Sperrigen und in den Randgebieten des Gefühls.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 05.11.2019

Verena Auffermann hat selten so offene, eindringliche Selbstanalytik gelesen. John Burnsides bekenntnisartige Reflexionen über Herkunft, Sprach- und Gefühllosigkeit, Drogenkonsum, Liebesunfähigkeit, Psychiatrie sind laut Auffermann zwar klar aus männlicher Sicht geschrieben, die "schizophrenen Verhaltensmuster" eines Einsamen vermittelt aber keiner so erbarmungslos, deutlich und dringlich wie dieser Autor, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2019

Rezensent Hubert Spiegel begibt sich mit John Burnside auf eine qualvoll schöne Selbsterkundung. Wenn der Autor sich anhand von Erinnerungsbruchstücken wie Songs, Begriffen und Fotos zurück in die Gefühlswelt seiner Kindheit und Jugend fantasiert, ergibt das für Spiegel mehr als ein Memoir. Beschreibung einer Erziehung des Herzens trifft es für den Rezensenten besser. Und dass Burnside ein Händchen fürs Magische besitzt, macht die Angelegenheit für Spiegel noch aufregender. Ob sich mit dem Buch, wie bereits von der Kritik gemutmaßt, männliches Begehren besser verstehen lässt, möchte er allerdings dahingestellt lassen.
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