John Dewey, Karl Kautsky, Leon Trotzki

Politik und Moral

Die Zweck-Mittel-Debatte in der neueren Philosophie und Politik
Cover: Politik und Moral
zu Klampen Verlag, Lüneburg 2001
ISBN 9783924245993
Paperback, 176 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Ulrich Kohlmann. "Der Zweck heiligt die Mittel" - so lautet die ebenso bekannte wie umstrittene Maxime machiavellistischer Politik. Sie fordert eine Moralität heraus, die sich an vorgeblich "absoluten" Normen orientiert und um keiner wie auch immer gearteter Ziele willen bereit ist, sich die Hände schmutzig zu machen. Zynische Politik und realitätsferne Moral stehen so in end- und fruchtlosen Debatten unversöhnlich einander gegenüber. Als die sozialistische Bewegung sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts anschickte, ihren moralischen Erlösungsanspruch in gesellschaftliche Praxis umzusetzen, wurde das philosophische Zweck-Mittel-Problem politisch besonders drängend. Denn wo Politik radikal auf das Gute zielt und eine unverkürzte Moral sich mit individueller Praxis nicht begnügt, verschwinden die absoluten Gegensätze wie auch die einfachen Antworten. Den in seiner politischen wie theoretischen Wirkung kaum zu überschätzenden Höhepunkt der Auseinandersetzung markiert eine Debatte zwischen Karl Kautsky, Leo Trotzki und John Dewey. In den Haupttexten dieser Debatte, die in Ihre Moral und unsere dokumentiert, kommentiert und in einem Essay des Herausgebers problemgeschichtlich eingeordnet sind, prallen die Positionen in aller Härte aufeinander...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.04.2002

Für die FR bespricht der Rudolf Walther den Sammelband "Ihre Moral und unsere", in dem Karl Kautsky, Leo Trotzki und John Dewey noch einmal über die Rechtmäßigkeit einer gewalttätigen Revolution debattieren. Leider sagt er nichts über Sinn und Form dieser Wiederauflage. Das Heute kommt in der Besprechung nicht vor. Vielmehr fasst Walther die jeweilige Position der drei Kontrahenten zusammen und bewertet sie. So urteilt er: "Kautskys Prinzip des bedingungslosen Schutzes für das Leben läuft in der Konsequenz auf Handlungsunfähigkeit und ohnmächtiges Gewährenlassen. Bei Trotzki ist dagegen jede Gewaltanwendung im Namen des revolutionären Endziels - 'Befreiung der Menschheit' - von vornherein gerechtfertigt." John Deweys Beitrag nennt Walter dagegen "intellektuell bestechend".
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