Aus dem Amerikanischen von Rainer Schmidt. Aus dem einstigen Rauhbein Frannie McCabe ist ein zufriedener Mann geworden - seine Ehe mit Magda ist wunderbar, das Verhältnis zu seiner Stieftochter vertrauensvoll, und als erfolgreicher Polizeichef in Crane's View genießt er den Respekt seiner Mitbürger. Eines Tages passieren unerwartete Dinge: ein altersschwacher Pitbull wird in McCabes Büro abgegeben, ein stadtbekanntes streitsüchtiges Ehepaar verschwindet spurlos. Als der Hund kurz darauf stirbt, erweist ihm McCabe die letzte Ehre und begräbt ihn. Wenige Tage später lockt ihn ein geheimnisvoller aromatischer Duft in die Garage seines Hauses. Als er den Kofferraum seines Wagens öffnet, findet er den toten Pitbull ...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.03.2004
"Heulen" möchte Martin Z. Schröder mit dem "Köter", der ihn als Zierrat der Kapitelanfänge Jonathan Carrolls Roman bei der Lektüre begleitete. Denn der Autor sei seiner "schönen Idee", dass Polizeichef McCabe von einer unbekannten Macht genötigt wird, seinen früheren und künftigen Ichs zu begegnen, schlicht nicht gewachsen. Der Protagonist verkörpere lediglich eine Wunschfigur des Autors, klagt Schröder. Als ein "Pappkamerad, der poesiealbumartig altert", verkünde McCabe in Seifenopernmanier die Moral des "sendungswilligen Autors", die unser erboster Rezensent folgendermaßen zitiert: "Lass nicht zu, dass das Normale sich für dich ausgibt". Irgendwie hält Schröder den Roman für demokratisch, und zwar insofern, "dass er niemanden wehtut". Misslungene Metaphern und kalter, wenn nicht nur vermeintlicher Humor trügen seitenweiße zum Gewicht des Buches bei, das unserem Rezensenten schon darum "ein Ärgernis" ist, weil er in ihm ein typographisches Pfuschwerk erkennt.
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