Aus dem Amerikanischen von Maria Bühler und Doris Gerstner. Im Zentrum dieser Reportage von der vordersten Front des medizinischen Fortschritts steht eine einfache Frage: "Was würdest du tun, um das Leben deines Bruders zu retten?" Als bei Stephen Heywood im Alter von 29 Jahren ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) diagnostiziert wird, eine neuromuskuläre Erkrankung, die in der Regel innerhalb von fünf Jahren zum Tod führt, stellt sich sein älterer Bruder Jamie die schier unlösbare Aufgabe, ein Heilmittel gegen das Unheilbare zu finden. Jamie wandelt sich gleichsam über Nacht vom Ingenieur zum Gentechniker. Innerhalb kürzester Zeit stellt er eine ALS-Gesellschaft auf die Beine, kann führende ALS-Forscher der Harvard und Johns Hopkins University für seinen Plan gewinnen und nimmt einen wahnwitzigen Wettlauf gegen die Zeit auf. Jonathan Weiner begleitet die Familie auf ihrer verzweifelten Suche nach einem Wunder. Diese fällt in eine Zeit großer Durchbrüche in der genetischen Forschung und grenzenloser Hoffnungen in neue Therapien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.07.2005
Ein Buch, das nach Ansicht von Ernst Horst vor allem eine Vielzahl "moralischer Fragen" aufwirft. Denn Jamie Heywood, sein Protagonist, scheut seit Jahren keine Mühen, um die Entwicklung einer Gentherapie zur Heilung von amytropher Lateralsklerose (der Krankheit von Stephen Hawking) voranzutreiben. Jamies Bruder Stephen leidet an ALS, und Jamie, "eine Mischung aus Albert Schweitzer und Bill Gates" sammelt einerseits Spendengelder ein - und will andererseits mit einer neuen Therapie reich werden. Was soll man davon halten? fragt Horst. Auch das Buch des Pulitzerpreisträgers Jonathan Wiener ist im Prinzip Teil der Publicity und mithin eines, dessen Wert nach Ansicht des Rezensenten darin liegt, dass der Leser die dargelegten Motive hinterfragt. Na ja, und natürlich erzählt es auch eine spannende Geschichte.
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