Aus dem Italienischen von Renate Heimbucher. Luca Cavalli-Sforza, einer der renommiertesten Humangenetiker dieses Jahrhunderts, und sein Sohn, der Philosoph Francesco Cavalli-Sforza, untersuchen in ihrem Buch die Chancen des Menschen, in seinem Leben glücklich zu werden, im Licht der Wissenschaft. Wer in vergangenen Jahrhunderten nach dem Glück suchte, konnte Anweisungen dazu unter anderem in der Ethik, der Lehre vom guten Leben, finden. Heute stehen wir an einem entscheidenden Punkt: Fast unvermittelt ist eine hitzige Debatte über die "Bioethik" entbrannt, die nach moralisch vertretbaren Lösungen sucht. "Es gibt nie dagewesene Eingriffsmöglichkeiten in den verschiedenen Lebensphasen von Geburt und Wachstum, Fortpflanzung, Alter und Tod, und diese Möglichkeiten eröffnen ganz neue Perspektiven, stellen uns aber auch vor schwierige Entscheidungen. Die Gentechnik in Bausch und Bogen zu verurteilen, ist allerdings falsch." Das Buch beschäftigt sich also nicht nur mit dem Traum vom Glück, sondern auch mit dem Alptraum des Machbaren und so mit einer Ethik des 21. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2000
Der mit "upj." zeichnende Rezensent lässt in seiner Kurzkritik keinen Zweifel an seinem Unmut über dieses Buch, dass sich mit den philosophischen und genetischen Bedingungen des Glücks auseinandersetzt. Empfiehlt er zunächst, die Kapitel über die philosophische Geschichte der Suche nach Glück "großzügig" zu überschlagen, kann er dem Rest des Buches dennoch nichts abgewinnen. Er tadelt die mangelnde "Sensibilität" der Autoren bei Fragen der Eugenik und sieht sich durch die Verquickung von "Plattitüden und Abgründigkeiten" verärgert.
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