Scheitert Europa? Viele Jahrzehnte war diese Frage völlig realitätsfern, die EU war ein Erfolgsprojekt, ein Scheitern schien unmöglich. Das ist heute ganz anders. Seit der großen Finanzkrise, die 2008 begann, nach den spektakulären Wahlerfolgen europafeindlicher Populisten bei der Europawahl und nach den außenpolitischen Erschütterungen in der Ukraine ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Gefahr des Scheiterns des europäischen Einigungsprozesses ist sehr konkret geworden, zumal auch die Regierungen in vielen Ländern der EU aus Rücksicht auf skeptische Stimmungen im eigenen Wahlvolk davor zurückschrecken, mutige Schritte in Richtung eines vereinigten, demokratischen Europas zu gehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.03.2015
Schuldenkrise, Ukraine, nationalistische Affekte - Joschka Fischer liegt im Grundsatz richtig mit seinen Einschätzungen zu den Problemen Europas, meint Wilfried Loth. Allerdings schießt ihm Fischer in seinem neuen Buch mitunter übers Ziel hinaus, wenn er allzu alarmistisch, populistisch verkürzend und dabei begrifflich ungenau die Bundesregierung kritisiert und von der gefährlichsten Krise des europäischen Integrationsprojekts spricht. Eine Zuspitzung, die für Loth ein verzerrtes Bild entstehen lässt. Den Rat des Autors, die Europäische Union finanz- und sicherheitspolitisch zu vertiefen, hört sich Loth indes gerne an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2014
Positiv überrascht zeigt sich Günter Verheugen zunächst darüber, dass Joschka Fischers neues Buch kein üblicher Kassandra-Ruf ist, sondern der ernst gemeinte Versuch, die europäische Krise zu verstehen, das Scheitern Europas als Möglichkeit zu realisieren und Vorschläge zu unterbreiten. Für Verheugen leistet der Autor hier löbliche Aufklärungsarbeit. Mit Fischers Klage über mangelnde Weitsicht und fehlendes Geschichtsverständnis sowie seiner Kritik an der deutschen Austeritätspolitik und seinem Aufruf zu einer Neuorientierung der USA ist der Rezensent einverstanden. Widerspruch meldet er an, wenn Fischer Putin allein für die Ukraine-Krise verantwortlich macht. Die EU, meint Verheugen, trage Mitschuld. Als Nachweis der Notwendigkeit einer neuen Vision für Europa aber taugt das Buch allemal, meint er.
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