"Am Ende des Tages haben die klugen Europäer einen ziemlich erstaunlichen und wunderschönen Ort geschaffen, etwas, von dem wir bisher nicht herausgefunden haben, wie wir es in den USA erreichen können." So formulierte der Autor Steven Hill vor knapp anderthalb Jahrzehnten seinen Blick auf Europa. Eine Perspektive die uns im Alltag oft fehlt. Ändert man den Blick, erkennt man wie unwahrscheinlich ein solches Bündnis zwischen ehemals verfeindeten Nationen war. Und welche innere Kraft ihm bei aller Verletzlichkeit innewohnen muss. Im Jahr 2024 könnten die Herausforderungen aber kaum größer sein. Krieg, Klimakatastrophe, Ungleichheit in und zwischen den Ländern, eine rasante technische Entwicklung. Kein Staat, kann dem alleine entgegentreten. Europa! - muss weiterhin und umso mehr die Antwort für alle lauten, die an ein besseres Morgen glauben. Aber die Europäische Union hat auch dringenden Reformbedarf, es braucht konkrete Vorschläge und eine nach vorne gerichtete Debatte. Sonst haben diejenigen leichtes Spiel, die gegen Europa und die Demokratie hetzen.
Rezensent Matthias Becker liest den von Thomas Hartmann-Cwertnia, Jochen Dahm und Frank Decker besorgten Band über die Geschicke der EU und stellt fest, dass es zu einem sozialen Europa noch ein weiter Weg ist. Die Herausgeber versammeln Texte aus den Bereichen Sozial-, Wirtschafts-, Verteidigungs- und Migrationspolitik, die für Becker von durchaus unterschiedlicher Güte und Tiefe sind, die aber deutlich machen, welche Gegensätze innerhalb der EU wirken und auf welche Weise. Ist der Titel vor allem ein zweckoptimistischer? So fragt der Rezensent bang. Die Reformvorschläge im Buch scheinen ihm jedenfalls nicht sonderlich originell. Manche sind nicht mehr als Appelle, andere wirken unrealistisch, meint er nachdenklich.
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