Ist der Verlauf der europäischen Integration nur von materiellen Interessen bestimmt oder spielen auch Ideen eine Rolle? Zur Beantwortung dieser Frage wird zunächst eine konstruktivistische Theorie der Bildung staatlicher Präferenzen entwickelt. Der zweite Teil bietet eine methodisch reflektierte, systematisch vergleichende Untersuchung europapolitischer Vorstellungen ("Verfassungsideen") in Deutschland, Frankreich und Großbritannien seit 1950. Der dritte Teil analysiert ihre politische Wirksamkeit anhand der Verhandlungen zum Amsterdamer Vertrag. Ergebnis ist, daß in Bereichen, wo objektive Interessenlagen unklar sind, Ideen auch in zwischenstaatlichen Verfassungskonferenzen eine wesentliche Rolle spielen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.10.2002
Ernüchtert zeigt sich Rezensent Wolfgang Wagner von der Untersuchung der deutschen, französischen und britischen Verfassungsideen für Europa durch den Bremer Politikwissenschaftler Markus Jachtenfuchs. Auf ihnen basiert die Diskussion des in Brüssel tagenden Konvents für eine europäische Verfassung. Ob es dem Konvent jedoch "gelingen wird, die Fragen nach demokratischer Legitimation und Kompetenzverteilung abschließend zu beantworten, muss bezweifelt werden", so Wagner. Er bescheinigt dem Politologen, dass dieser "ökonomische und machtpolitische Interessen " durchaus anerkennt. In komplexeren Situationen jedoch seien die Interessen einer Nation "stark von gesellschaftlichen Verfassungsideen geprägt", referiert Wagner die zentrale These des Autors. Den Briten zum Beispiel sei ihre Parlamentssouveränität besonders wichtig, den Deutschen dagegen das "Subsidiaritätsprinzip nach dem Kriterium der Effektivität". Über die Franzosen schweigt sich der Rezensent aus. Er lobt jedoch die "große Sorgfalt" des Autors und verweist bei allen Differenzen auf das Prinzip Hoffnung: denn "was waren Jean Monnet oder Robert Schumann anderes" als "unverbesserliche Optimisten"?
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