Wenn Buchstaben eher gesehen statt gelesen werden wollen, handelt es sich um Bildbuchstaben. Ihre typografische Ein- und Verkleidung kann bis in die Inkunabelzeit des späten Mittelalters zurückverfolgt werden. Vor allem in den Initialen wurden Textinhalte visualisiert und damit Einzelbuchstaben herausgehoben und mit allerlei Figurativem verlebendigt. Der Slogan, der Mensch sei das Maß aller Dinge, gewann in der Renaissance zunehmend an Bedeutung. So ist es nicht zufällig, dass Anatomie und Typografie zur selben Zeit zur Leitwissenschaft, respektive zum Leithandwerk wurden. Beide zergliederten ihren Gegenstand, den Körper, respektive den Buchstaben, in ihre Bestandteile, um in neuer Form und Technik Neues zu generieren und damit einer ersten Aufklärung den Weg zu ebnen. In der vorliegenden, chronologisch geordneten Untersuchung werden rund 100 anthropomorphe Alphabete und Bildwörter, die auf Menschenfiguren basieren, vorgestellt und kulturhistorisch interpretiert von der gotischen Initiale im Gebetbuch über typografische Totentänze und erotische Eskapaden bis hin zu animierten Menschentypen des Internets.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…