Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz. Für ihn ist immer alles Gegenwart: 1965 lernt die junge Neurowissenschaftlerin Margot an der Universität von Darven Park den charismatischen Patienten Eli kennen. Er leidet an Gedächtnisverlust und kann sich nur an Dinge erinnern, die nicht länger als siebzig Sekunden zurückliegen. Margot beginnt, Elis Erinnerungsvermögen mit einer Reihe von Tests zu untersuchen, und kommt dem ungewöhnlichen Patienten im Laufe der Zeit erstaunlich nahe. Eine unmögliche Beziehung, denn er vergisst immer wieder, wer sie ist. Ein Roman über Liebe und Erinnerung, über Einsamkeit und imaginierte Nähe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2018
Angelika Overath scheint faszininert von Joyce Carol Oates' neuem Roman. Wieder bietet ihr die Erfolgsautorin eine spannende Mischung aus Autobiografie, Realismus, Sozialkritik und fantastischer Geschichte. Die Story um einen charismatischen jungen Mann mit gestörtem Erinnerungsvermögen und seine manipulative wissenschaftliche Betreuerin erzählt Oates laut Overath mit viel Sinn für das ewige Jetzt des Protagonisten und sein Ausgeliefertsein an die Bedürfnisse seiner Betreuerin, die ihn sich bald zum Liebhaber formt. Psychologisch raffiniert geht die Autorin die Themen Wirklichkeitserfassung, Manipulation und Identität an, meint Overath.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.06.2018
Sylvia Staude bewundert Joyce Carol Oates für ihre Produktivität und ihr furchtloses Schreiben. Der im Original 2016 erschienene Roman über einen Amnesie-Patienten und eine Neuropsychologin, die ihn als Forschungsobjekt "missbraucht", besticht laut Staude durch die großartige Einfühlung ins Seelenleben eines Amnesiekranken und die literarische Thematisierung von Erinnerung und der Überschreitung ethischer Grenzen.
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