Album, Promotion, Tour. Beinahe zwanzig Jahre lang bestimmt die Dynamik des Musikbetriebs Judith Holofernes' Leben. In dieser Zeit wird sie, mit Wir sind Helden und ihrem Soloprojekt, zu einer der bekanntesten und prägendsten Sängerinnen ihrer Generation. In ihrem autobiografischen Buch blickt sie jetzt zurück auf die Zeit nach den Helden, auf Krisen, Träume und eine wegweisende Entscheidung - und zeigt sich dabei als feinsinnige Erzählerin. Holofernes schreibt über Fluch und Segen des frühen Erfolgs der Helden; über die Vereinbarkeit von Familie und Frontfrausein; über die öffentliche Wahrnehmung des eigenen Körpers, das Aufwachsen mit ihrer lesbischen Mutter in Freiburg; über die tiefen Einschnitte in ihrem Leben, die Zweifel, den Schmerz. Immer wieder geht es auch um die Musikbranche, um das Verhältnis zu ihren Fans, eigenartige Konzerte im Hellen, aber auch um die starren Mechanismen des Betriebs und den Sexismus.Eindrücklich zeigt Judith Holofernes in "Die Träume anderer Leute", wie sie sich nach und nach aus den kommerziellen Zwängen und der Enge des Musikbetriebs befreit hat. Wie sie zu der Künstlerin wurde, die sie so lange sein wollte - und damit ihr Leben zurückbekam.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2022
In Judith Holofernes' "Die Träume anderer Leute" kann Rezensentin Elena Witzeck nachvollziehen, wie das ist, als junge Frau in einer Männerdomäne, der Musik, Erfolg zu haben, älter zu werden, Kinder und Krankheiten zu bekommen. Die Sängerin der Band "Wir sind Helden" spare dabei nicht an den Schwierigkeiten, die Comebacks, musikalische Veränderung und auch das Äußere betreffen. Die "Angst vor Grausamkeit", vor der ständigen Negativbewertung, begleite Holofernes dabei besonders und regt Witzeck auch zur Selbstreflexion an, was ihre eigene journalistische Arbeit und den Umgang mit Musikerinnen betrifft. Darüber hinaus lobt sie die meist sehr gelungene Sprache und auch den unterhaltenden Anteil dieser Memoiren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2022
Die frühere Leadsängerin der so unangepasst wirkenden Band "Wir sind Helden" erzählt die Geschichte ihrer Zerrissenheit zwischen Band, Familie und sich selbst. Der Rezensentin Barbara Vorsamer gefällt das, sie zitiert ausführlich aus Holofernes' Songs, die sie ebenso berühren wie das Buch. Zu erkennen, wie es hinter der Fassade aussieht, wie sehr der Druck der Doppel- und Dreifachbelastungen aus Musikkarriere, eigenem, von Krankheiten durchzogenem Leben und gesellschaftlichen Ansprüchen und Erwartungen zusetzt, tut Vorsamer weh. Aber auf eine poetische Weise: Sie lobt die schönen Metaphern, die vielleicht ein Achtel neben dem Takt sind, aber damit genau dort treffen, wo sie am meisten berühren. Die Kritikerin ist rundum begeistert und empfiehlt die Lektüre mit Wir sind Helden auf den Ohren.
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