Patti Smith

Bread of Angels

Die Geschichte meines Lebens
Cover: Bread of Angels
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2025
ISBN 9783462010909
Gebunden, 320 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Brigitte Jakobeit. Nach ihrem Welterfolg "Just Kids" gibt uns Patti Smith in diesem neuen Memoir einen zutiefst persönlichen Einblick in ihr Leben, das von Anfang an der Kunst und Liebe gehörte. Beginnend mit ihrer Kindheit nach dem Zweiten Weltkrieg, betreten wir Patti Smiths ganz eigene Welt, beschrieben in poetischen, lebhaften Szenen und Details. Sie bietet uns intime Einblicke in ihre Teenagerjahre, in die Beziehung zu ihren Eltern, in die ersten Ausflüge in die Kunst und die verwirrende Intensität der Liebe. Im Schreiben findet sie schließlich Halt, getrieben von dem Bedürfnis, das Alltägliche in das Schöne, das Gewöhnliche in das Magische und den Schmerz in Hoffnung zu verwandeln.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.12.2025

Schon aus anderen Büchern von Patti Smith kennt Rezensent Peter Praschl ihren mäandernden Stil in einer fantasievollen Betrachtung des eigenen, übervollen Lebens: Hier schlägt sie noch einmal den ganz großen Bogen von den ersten Lebenserinnerungen bis heute. Ihre Familie ist materiell gesehen arm, kulturell gesehen mit reichlich Inspiration ausgestattet, der dichtende Vater und die kellnernde Mutter zeigen ihr die Welt von Opern und bildender Kunst, so Praschl. Sie bricht aus religiösen Zusammenhängen aus, zieht nach New York, aber am wichtigsten ist in diesem Buch die Beziehung zu ihrer großen Liebe Fred Smith, schildert der Kritiker. Ihn beeindruckt, mit welcher Klarheit und mit wie viel Gefühl sie über das bescheidene Familienleben, ihre Kunst und auch Trauer schreibt. Das ist für ihn fordernd, aber auch überzeugend.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2025

Mit ihrem sechsten biographischen Text liefert die legendäre Punk-Sängerin und Literatin die wohl konventionellste Autobiographie, findet Rezensent Jean-Martin Büttner. Er liest sie als Vorgeschichte, aber auch als Fortsetzung ihres 2010 erschienen und wohl erfolgreichsten Buches "Just Kids". In klarer, zurückgenommener Prosa widmet Smith sich hier unter anderem ihrer krankheitsgeplagten Kindheit, ihrer ersten Ehe und den ersten Schritten als Künstlerin, wobei die Sprache einen wohltuenden und gekonnten Ausgleich zur Aufgeregtheit ihres Lebens bietet, findet der Kritiker. Ihr stetiger Begleiter ist dabei der Tod, da nicht nur ihr Ehemann Fred Smith mit nur 46 Jahren stirbt, sondern sie auch den Tod vieler ihre FreundInnen miterleben musste. Büttner liest davon, wie diese Erfahrungen die sich selbst als schüchtern aber auch als extrovertiert beschreibende Dichterin dazu bewegte, ihr erstes und inzwischen hoch angesehenes Album "Horses" aufzunehmen. Der Kritiker freut sich über die Intensität dieser Lebensbeschreibungen, die davon zeugen, dass Smiths Strahlkraft als Songwriterin und Lyrikerin immer noch in ihrer federleichten Prosa anhält.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2025

Patti Smith legt ein weiteres autobiografisches Buch vor und wenn es nach Rezensent Joachim Hentschel geht, können gerne noch ein paar weitere folgen. In diesem neuen stellt sie nicht, wie in den vorherigen, einzelne Menschen oder Zeiträume ihres Lebens ins Zentrum, sondern blickt auf ihre gesamte Vita, erfahren wir. Sie tut das allerdings auf eine sehr spezielle Art, insbesondere darf man sich bei diesem Buch nicht fragen, was denn nun real und was erfunden ist. Man müsse schlicht akzeptieren, dass die Patti Smith dieses Buches immer mal wieder mit Tieren redet, zum Beispiel mit einer Kröte, oder auch mit toten Menschen wie Samuel Beckett, auch werden Geburtstage schicksalshaft ausgedeutet und überhaupt geht es ziemlich schamanisch zu in diesem selbstbewusst schrulligen Text. Keineswegs jedenfalls präsentiert sich die Musikerin hier lediglich als wilde Punk-Rebellin, stellt Hentschel klar, vielmehr geht es um Patti Smiths magische Weltexistenz. Insgesamt hat Smith hier ein weiteres großartiges Buch geschrieben, findet der Rezensent, dem zum Beispiel auch das intertextuelle Spiel Smiths gefällt, wenn die Autorin in ihrer aktuellen Autobiografie über die Arbeit an früheren Autobiografien schreibt. Das Fazit fällt unbedingt positiv aus.

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