Judith Kessler

Kann denn Liebe Sünde sein?

Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz
Cover: Kann denn Liebe Sünde sein?
Nicolai Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783964761415
Gebunden, 200 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen Fotos und Dokumenten. "Davon geht die Welt nicht unter …"Als Bruno Balz 1924 "Bubi, lass uns Freunde sein" textete, war das einer der ersten schwulen Schlager. In der Folge schrieb er Hunderte Lieder und arbeitete an unzähligen Kinofilmen mit. Ob "Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n" und "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" für Heinz Rühmann oder "Kann denn Liebe Sünde sein" für Zarah Leander, seine Liedtexte sind mal frech, mal schnulzig, aber auch subversiv und doppeldeutig. Aufgrund seiner Homosexualität von den Nationalsozialisten inhaftiert, kam Balz wieder frei - weil er gebraucht wurde, und es entstanden die wohl bekanntesten Schlager der Vierziger, darunter "Davon geht die Welt nicht unter".Auch nach 1945 blieb Balz einer der produktivsten deutschen Texter und schrieb Hits wie "Wir wollen niemals auseinandergeh'n" oder "Mama".Wer war Bruno Balz? Wie konnte er, offen homosexuell, das Dritte Reich nicht nur überleben, sondern in ihm große Erfolge feiern? Judith Kessler ist allen auffindbaren Spuren nachgegangen und schildert eine nicht immer gereimte Berliner Lebensgeschichte.Ein Band der Reihe "Berliner Porträts" über bedeutende Persönlichkeiten der Stadt gestern und heute.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 27.02.2026

Rezensent Tilman Krause schunkelt gleich los mit Judith Kesslers "einfühlsamer" Biografie über den Liedtexter Bruno Balz. Den Titelsong etwa kennt doch jeder, meint er. Über den Schöpfer ist eher weniger bekannt oder nur Legenden, wie etwa bei Florian Illies, wie Krause kritisiert. Daher kommt Kesslers Buch gelegen und rückt das biografische Bild zurecht, so der Kritiker zufrieden. Der Rezensent erfährt Neues über die homosexuelle Orientierung des Künstlers, seine Gefährdung während der NS-Zeit und sein Werk. Legendenbildung hat Balz gar nicht nötig, stellt Krause fest. Das Buch schließt sachkundig eine kulturhistorische Lücke, meint er.

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