So macht Naturwissenschaft Spaß: verblüffende Tatsachen über den Steinzeitmenschen, der in uns allen schlummert - und der in den überraschendsten Situationen das Kommando über unser Handeln übernimmt. Wir fliegen mit Schallgeschwindigkeit um die Erde, werden im Auto von einem elektronischen Beifahrer begleitet und speichern auf kleinen silbernen Scheiben ganze Bibliotheken. Was sich jedoch so gut wie überhaupt nicht verändert hat, ist der Mensch. Was unsere Anlagen, Empfindungen, Wünsche und Reaktionen angeht, unterscheiden wir uns kaum von unseren steinzeitlichen Vorfahren. Wir alle sind nichts weiter als Steinzeitwesen in einer Umgebung, der wir im Grunde nicht gewachsen sind. Der Mediziner Jürgen Brater zeigt in seinem anschaulichen Buch, wo der Neandertaler überall durchscheint, und liefert verblüffende Antworten auf Fragen wie "Warum haben so viele von uns Gewichtsprobleme?" - "Warum sind Arztpraxen so und nicht anders eingerichtet?" - "Warum schaudert uns beim Fingernagel, der über die Tafel kratzt?" - "Warum kaufen Männer ungern Kleidung?" und "Warum brauchen Frauen so lange im Bad?".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.05.2007
Herzlich wenig Sympathie hat der Rezensent Burkhard Müller für den Versuch Jürgen Braters, die atavistischen Seiten menschlichen Verhaltens aus unserer Neandertaler-Herkunft herzuleiten. Das fange ja schon damit an, dass der Neandertaler kein direkter Vorfahr des heutigen Menschen war - aber griffig müsse es halt klingen. Schlimmer aber findet Müller, dass die ganzen Herleitungen überaus simpel und unsubtil funktionieren - und meist so, dass die Klischees von heute auf die Vergangenheit projiziert werden, um - nur zum Beispiel - die Geschlechtertypologien der Gegenwart zu erklären. Was dabei herauskomme, sei nicht mehr als im Grunde sehr ärgerlicher "Schmunzeldarwinismus". Der Erkenntniswert der "gutgelaunten Schludereien" geht nach Meinung des Rezensenten entsprechend wohl gegen Null.
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