Jürgen Flimm schreibt über Menschen, von denen er gelernt, mit denen er zusammengearbeitet hat und die zu seinen Freunden wurden. Ohne sich allzu wichtig zu nehmen, erzählt er dabei meist auch ein wenig von sich selbst. Dieses Buch versammelt die besten Porträts des Regisseurs. Die Texte entstanden zu verschiedenen Gelegenheiten, doch sie fügen sich unversehens zu einer Skizze vom großen Zusammenhang zwischen Olymp und Boulevard, Theater und Politik, Vergangenheit und Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2005
Ob Laudatio oder Trauerrede - der Regisseur und Intendant Jürgen Flimm beherrscht die Kunst der Eloge, wovon man sich in diesem Band überzeugen kann, der Irene Bazinger trotz einiger Mängel und einer gewissen "Altherren-Melancholie" große Freude bereitet hat: "Unterhaltsam, amüsant und gescheit plaudert Jürgen Flimm - ohne Dampf, aber mit freundlich- kritischem Engagement", über Kortner, Augstein, Zadek, die Bayreuther Festspiele und die anderen Institutionen im Theater- und Kulturland. Über sie alle erfährt man etwas, vor allem aber über Flimms "Vorlieben und Abneigungen, sein großes Herz und seine Lust am streitbaren Diskurs". Zur optimalen Verdauung empfiehlt die Rezensentin allerdings: Nicht am Stück lesen! Denn sonst könnte der unangenehme Eindruck einer "Heldensaga in eigener Sache" entstehen, mit "trinkfesten Kerlen am Regiepult, tollen Weibern auf der Bühne, durchdiskutierten Kneipennächten, herrlichen Krächen, grandiosen Siegen". Außerdem auf der Minusseite: fehlende Erläuterungen zu Hintergründen, fehlendes Personenregister. Aber abgesehen davon ist der Daumen oben.
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