Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2000
Milos Vec erinnert zunächst an die erste Auflage des Buches im Jahr 1988, aus dem man noch den "ungelenken Repräsentationsstil der alten Bundesrepublik" hätte herauslesen können, dessen Staatsakte fast ausschließlich Trauerfeiern waren. Alle staatlichen Feierstunden hätten lange "unter dem lähmenden Eindruck der totalitären NS-Ästhetik" gestanden. Um die Staatszeremonielle verständlich zu machen, sei der Autor damals "bis zu den Zeremonien in Byzanz, Rom und Burgund" zurückgegangen. Recht rhetorisch klingt dann Vecs Frage, ob es Zufall sei, dass "interdisziplinäre Verweise auf die zeremoniellähnliche Funktion von Tabu, Ritual und Liturgie" in der Neuauflage nun fehlen. Später wird diese Frage beantwortet: die "weit ausholende historische Darstellung" wird nun von der konkreten Staatssymbolik ersetzt. Voller Respekt für Hartmanns "Standardwerk", schreitet der Rezensent zuvor die Themenkomplexe ab, deren präzise Darstellung und unübertroffene Praxisnähe ihn besonders beeindruckten und beeindruckt selber, weil es ihm gelingt, dieses Thema auch einem in diesen Fragen völlig unbewanderten Leser interessant darzustellen.
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