Willibald Steinmetz untersucht die Praxis der niederen Gerichte und lässt nicht nur Gesetzgeber und Juristen, sondern auch Laien zu Wort kommen: klagende Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie Gewerkschaftssekretäre, Versicherungsagenten, Journalisten und andere Beobachter. Er trägt Berichte und Aktennotizen über Auseinandersetzungen um Löhne, Kündigungen, Arbeitsunfälle und Vertragsbrüche zu einer Geschichte des englischen Arbeitsrechts im Industriezeitalter zusammen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2003
Milos Vec findet Willibald Steinmetzs Abhandlung über das englische Arbeitsrecht hochinteressant, weil der Autor aufzeigt, wie ungünstig sich die nur schwach ausgeprägte Verrechtlichung der Arbeitswelt auf die englische Arbeitswelt ausgeprägt hat. Dabei geht der Rezensent auf viele Details von Steinmetz' Arbeit ein. Der Rezension ist anzumerken, dass das Buch "dicht und nie redundant" ist. Er sieht in der "vorbildlich durchdachten Habilitationsschrift" ein funktionierendes Gegenargument zu dem oft kritischen Blick, der auf die Verrechtlichung der Lebenswelten geworfen wird. In den Augen des Autor unterscheiden "sich die Verhältnisse in Deutschland und England diametral", und Deutschland fungiert in seinem Buch als unausgesprochenes Gegenstück, "so dass die englischen Eigenheiten einem deutschen Leser um so drastischer erscheinen". Dieser Lesart will sich der Rezensent jedoch nicht unumwunden anschließen - Vecs Ansicht nach gibt es auch in Deutschland in den letzten Jahren eine Tendenz zur Entrechtlichung, zum Beispiel durch die EU-Richtlinien.
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