Der Text nimmt Spuren einer postmodernen Dynamik auf, die die Stadt in einem "Zwischenraum" verortet: hier ein immaterialistischer Hypermaschinismus, dort die Erdschwere der "archaischen" Stadtlandschaft. Ziel dieser Bestandsaufnahme und Diagnose ist die Auslotung der Konsequenzen aus anthropologischer Sicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.05.2001
Etwas suspekt ist Erwin Seitz der selbsternannte Architekturkritiker Hasse schon. Den stört die "'voranschreitende Immaterialisierung der Städte'", zitiert Seitz den Autor. Dafür seien die neuen Informationstechnologien verantwortlich. Die Stadt als "Hochburg von Abstraktion, Geld und Kommerz", gläserne Wolkenkratzer als Sinnbild der entmaterialisierten Stadt - für Hasse stelle die Stadt eine Art moderner, kapitalistischer Sündenpfuhl dar, meint Seitz. Um der Selbstherrlichkeit des modernen Städtebaus etwas entgegenzusetzen, empfehle Hasse die städtischen Lücken, Brachen, Ruinen als Landschaftszonen zu betrachten, die, sich selbst überlassen, wieder Natur würden. Verständlich, unkt Seitz, dass der Autor gegen die alles nett und sauber haben wollenden Stadtplanungsdezernten zu Felde zieht, aber würde ein italienischer Hochschullehrer "im Namen der Moral gegen das Schöne" wettern? Würde er nicht.
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