Gerold Becker (1936-2010) war ein bekannter deutscher Pädagoge, ein gefragter Redner, ein profilierter Autor und einer der schlimmsten Päderasten der jüngeren Erziehungsgeschichte. Das Buch beschreibt die Stationen dieser Karriere und gibt erstmalig den Blick frei auf einen Reformpädagogen, der alles getan hat, niemals etwas von sich preiszugeben. Der Skandal seiner Entlarvung im März 2010 hat die deutsche Pädagogik nachhaltig erschüttert.
Beckers Doppelleben ist nie aufgefallen, und er hat im Schutz mächtiger Freunde eine erstaunliche Karriere machen können. Das Buch gibt überdies Auskunft, wie sich Hartmut von Hentig im System Gerold Beckers verhalten hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2016
Heike Schmoll fehlt zwar der rote Faden in Jürgen Oelkers Biografie des Hochstaplers und Kinderschänders Gerold Becker, doch als penibel recherchierte Aufklärungsarbeit und Abrechnung mit der Reformpädagogik scheint ihr das Buch des Bildungswissenschaftlers Oelker doch höchst lesenswert. Eindrucksvoll findet sie nicht nur die Detailarbeit beim Aufzeigen von Beckers fragwürdigem Werdegang, das Zusammentragen von Opfergeschichten aus der Odenwaldschule und die Darstellung der Entstehungsgeschichte des Missbrauchs dort, sondern auch die Entlarvung alternativer Bildungskonzepte durch den Autor. Der biografistische Ansatz allerdings scheint Schmoll mitunter redundant und wenig fesselnd.
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