London 1521: Eine Serie von mysteriösen Selbstmorden versetzt die Stadt in Aufruhr. Junge Schüler hinterlassen Abschiedsbriefe, in denen sie erklären, Gott habe sie verlassen. Hinter vorgehaltener Hand spricht man von einer Seelenpost. Andrew und seine Freunde begeben sich auf die Spuren dieser rätselhaften Todesfälle. Ein historischer Kriminalroman und zugleich ein philosophischer Thriller über Glaubensfragen und Atheismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 23.03.2004
An den Beginn des 16. Jahrhunderts, in die Zeit, als erste Zweifel an der starren Religion aufscheinen, entführt Jürgen Seidels historischer Kriminalroman um eine Serie rätselhafter Selbstmorde an einem Londoner Konvikt, berichtet Fritz Wolf. Eine Reihe von Schülern nimmt sich das Leben und bekundet in Abschiedsbriefen, den Glauben an Gott verloren zu haben - die Rede von einer "Seelenpest" kommt auf, so der Rezensent. Vor diesem Hintergrund erzähle der Autor die Emanzipationsgeschichte eines jungen Liebespaares - Andrew und Margret -, das sich über Klassenschranken und Konventionen hinwegsetzt. Seidels "vielschichtiges" Buch verwebt Geschichte und Gegenwart in einer "schönen Dialektik", lobt Wolf, ohne dabei die Fremdheit des mittelalterlichen Lebens zu verwischen.
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