Der große Roman ist das Genre der Verlierer, Versager und Gescheiterten. Was im Alltag bisweilen gerade noch einigermaßen undramatisch endet und versickert, wird im Roman gnadenlos zu Ende gedacht. Romane übersetzen latent spürbare Strukturen in körperlich erfahrbare Wirklichkeiten. Der opulente Band lädt in diese abenteuerliche Welt ein und wird selbst zu einem Roman über Romane. Mit einer großen Auswahl an schönen Zitaten und nachvollziehbaren gut lesbaren Interpretationen bringt Wertheimer seinen Lesern bekannte Romane nahe. Illustriert ist der Band mit Manuskriptseiten, Handschriften und Illustrationen aus Originalausgaben. Sicher haben Sie irgendwann schon einmal einen der vorgestellten Romane gelesen - oder sich in der Schule damit "gequält". Nach der Lektüre dieses Buchs eröffnet sich ein neuer Zugang - es ist fast so, als hätte man die Romane neu oder erstmals gelesen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2014
Dem Roman und seinem Publikum erweist der Autor Jürgen Wertheimer laut Rezensent einen Bärendienst. Wertheimer ist die gute alte Langform und ihre Entwicklung nichts weiter als ein Popevent. Für Martin Maurach ein Verrat an der Gattung und ihrer Errungenschaft, Menschengeschichten jenseits der Bibel zu erzählen. Ob Cervantes oder Bachmann, dem Autor, schimpft Maurach, scheint alles gleich. Um solcher Ideologie zu entkommen und das Auge für die verschiedenen Wirklichkeitskonzepte des Romans zu behalten, empfiehlt der Rezensent: zu lesen. Nur nicht dieses Buch mit seinen Druck- und Grammatikfehlern.
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