Literatur kann dem Menschen zu Erkenntnissen verhelfen, die die Wissenschaften nicht liefern können. Insbesondere der Roman als umfassendste Literaturgattung eröffnet uns einen forschenden Blick auf uns selbst und die Gesellschaft. Zur Klärung der Frage, was der Roman für uns leisten kann, zieht Ernst-Wilhelm Händler Ideen und Begriffe aus der Systemtheorie, der Logik, Neurologie und Robotertechnik heran. In kompakter und hochkonzentrierter Form klärt er zunächst die Voraussetzungen des menschlichen Erkenntnisstrebens - Bewusstsein, Sprache, Erinnerung, Wahrnehmung und Gefühle -, um zu einer ganz eigenen, hoch inspirierenden Kulturtheorie zu finden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2015
Netter Versuch, meint Jan Wiele angesichts der Verpackung von Ernst-Wilhelm Händlers laut Rezensent durchaus akademischer romantheoretischer Einlassung als Publikumsrenner in spe. Daran, dass Händlers mit wissenschaftlichen Ideen und Konzepten aus Rezeptionsästhetik und Editionsphilologie um sich werfende Studie ein breiteres Publikum erreichen wird, hat Wiele noch so seine Zweifel. Auch wenn der Autor den Fließtext von Fußnoten und Verweisen freihält, wie Wiele einräumt. Kühn und als interdisziplinäres Projekt lobenswert findet er den Essay dennoch. Noch kühner hätte er ihn freilich gefunden, hätte der Romancier Händler seinen sprachlichen und inhaltlichen Technokratismus manchmal gegen etwas mehr Subjektivität und Euphorie eingetauscht. Denn am Ende, meint Wiele, findet selbst Händler noch etwas Gutes an der schönen Literatur.
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