Aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara. Im Sommer 1914 verbringt der finnische Ich-Erzähler seine Ferien in einem idyllischen Bergdorf in Österreich. Dort lernt er eine Gruppe von Studenten verschiedener Nationalitäten auf ihrer Reise zum Weltfriedenskongress kennen. Obwohl er ihre optimistischen Argumente für den Weltfrieden mit leiser Skepsis betrachtet, beeindruckt ihn der Eifer dieser jungen Menschen. Besonders berührt ihn die Bekanntschaft mit einem Einsiedler, einer lokalen Berühmtheit, der fest an den Weltfrieden glaubt. Beim gemeinsamen Heuen und Schafhüten bringt dieser ihn, den ewigen Zweifler, dazu, über sein eigenes Verhältnis zur Religion und zur Friedensidee nachzudenken. Unterdessen erklärt Österreich-Ungarn Serbien den Krieg, der Konflikt weitet sich innerhalb weniger Tage zum Weltkrieg aus. Das Dorf verfällt in einen patriotisch-militärischen Taumel.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2025
Wie eine "Rohrpost aus der Vergangenheit" kommt dem Rezensenten Matthias Hannemann dieser schmale, 1916 im Original erschienene Roman des Finnen Juhani Aho vor: Eine Gruppe von Pazifisten ist auf dem Weg zu einem Kongress in Rom, sie träumen von "Weltbrüderschaft" und fröhlichem Frieden und sind auf der Suche nach einem Eremiten, dessen Friedensglaube durch den Ersten Weltkrieg erschüttert wurde. Hannemann fühlt sich an die "Aufbruchsstimmung" in den 1990ern erinnert, auch auf die heutige Zeit lässt sich die Geschichte ihm zufolge beziehen. Ein bisschen affektiert sind die von Gabriele Schrey-Vasara übertragenen Bilder, räumt der Kritiker ein, aber der Trotz, den die jungen Leute ob ihrer Einberufung in den großen Krieg an den Tag legen, imponiert ihm mit ihrer Spannung, auch wenn zum Beenden von Kriegen Worte nicht immer reichen mögen.
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