Aus dem Englischen von Christa Broermann. Wir sind die Summe unserer Erinnerungen. Stimmen diese aber auch? Haben prägende Ereignisse unserer Kindheit überhaupt so stattgefunden? Identität ist ein kunstvoll gewebter Teppich aus Erinnerungsfragmenten. Die Rechtspsychologin Julia Shaw erklärt, warum dem Gehirn dabei ständig Fehler unterlaufen. Und das Tappen in die Erinnerungsfalle hat Konsequenzen: Wir können uns auf unser Gedächtnis nicht verlassen. Auf der Grundlage neuester Erkenntnisse von Neurowissenschaft und Psychologie sowie ihrer eigenen Forschung zeigt Shaw, welchen Erinnerungen wir trauen können und welchen nicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016
Rezensentin Manuela Lenzen wird bewusst, wie wenig Verlass auf unser Gedächtnis ist, wenn sie das Buch der Rechtspsychologin Julia Shaw liest. In den Gutachtergeschichten erzählt ihr die Autorin von Flashbacks und den neurologischen Grundlagen der Erinnerung, unterhaltsam und leicht geschrieben, versichert Lenzen. Bekannte und weniger bekannte Phänomene und Mythen bestätigt oder widerlegt Shaw und lässt die Rezensentin halb Achtung empfindend für unsere Gedächtnisleistungen, halb verzagt angesichts der Unzuverlässigkeit der Erinnerungen zurück. Etwas sehr dramatisch erscheinen ihr Shaws Ausführungen mitunter. Als breiten Einstieg in die Gedächtnisforschung kann sie das Buch jedoch empfehlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Rezensent Tobias Sedlmaier erfährt Wissenswertes wie Ernüchterndes über unsere Gedächtnisleistung von der Rechtspsychologin Julia Shaw. In Fallbeispielen aus ihrem Berufsalltag und aus der Forschung erläutert ihm die Autorin die Unzuverlässigkeit des menschlichen Erinnerungsvermögens. Vergessen, Aufmerksamkeit, die Kluft zwischen Wahrnehmung und Realität und Mythen über fotografische Gedächtnisse werden im Buch behandelt, schreibt Sedmaier. Dass sein Hirn ein bisschen funktioniert wie Wikipedia, weil andere seine Inhalte verändern können, macht dem Rezensenten ein bisschen Angst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Rezensent Tobias Sedlmaier zieht viel Interessantes aus diesem Buch der britischen Rechtspsychologin Julia Shaw über das Gedächtnis, vor allem jedoch wie unvollkommen das menschliche Erinnerungsvermögen funktioniert, um nicht zu sagen, wie absolut unzuverlässig. Er lernt auch, dass hypnotische Verstärkung genauso Humbug ist wie vermeintliche Erinnerungen an die eigene Geburt. Sedlmaier sagt nichts darüber, ob das Vergessen nun ein Problem ist und wenn ja, wann oder warum. Ungemütlich findet er allerdings Shaws Hinweis, dass nicht nur wir selbst, sondern auch andere unser Gedächtnis - ganz wie einen Wikipedia-Artikel - umschreiben können.
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