Julia Weber

Immer ist alles schön

Roman
Cover: Immer ist alles schön
Limmat Verlag, Zürich 2017
ISBN 9783857918230
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Anais liebt ihre Mutter, sie liebt ihren Bruder Bruno und insgeheim auch Peter aus der Schule. Die Mutter sagt, das Leben sei eine Wucht, und dass sie gerne noch ein Glas Wein hätte. Denn es hält ihren Sehnsüchten nicht stand, das Leben, und die Männer halten ihrer Liebe nicht stand. Das Tanzen, das sie liebt, ist zum Tanz an der Stange vor den Männern geworden. Es ist nicht einfach, so ein Leben zu leben, sagt die Mutter, darum will sie noch ein Glas. Anais und Bruno versuchen sich und die Mutter zu schützen vor der Außenwelt, die in Gestalt von Mutters Männern mit Haaren auf der Brust in der Küche steht. Oder in der Gestalt von Peter, der ihre Wohnung seltsam findet und nichts anfangen kann mit den tausend, auf der Straße zusammenge-sammelten Dingen. In Gestalt eines Mannes vom Jugendamt, der viele Fragen stellt, sich Notizen macht, der Anais und Bruno betrachtet wie zu erforschendes Material, und in Gestalt einer Nachbarin, die im Treppenhaus lauscht. Je mehr diese Außenwelt in ihre eigene eindringt, desto mehr ziehen sich die Kinder in ihre Fantasie zurück.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2017

Beatrice Eichmann-Leutenegger stockt der Atem beim Lesen von Julia Webers Debütroman. Wie Weber so leise vom Ende aller Illusionen in einer von der Alkoholsucht der Mutter in Mitleidenschaft gezogenen Familie erzählt und dabei eine beklemmende Spannung aufbaut, hat ihr imponiert. Präzise, meint sie, sind die Bilder, die die Autorin für diese "unheile" Welt findet und mit der sie literarische Wirklichkeit schafft. So einfach die Sprache daherkommt, so poetisch verdichtet erscheint sie der Rezensentin. Ein kleiner Kosmos, meint sie, doch eine ganze Welt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.04.2017

Mit Julia Webers Debütroman "Immer ist alles schön" hat Rezensentin Sieglinde Geisel eine märchenhafte "Parabel im Kammerspielformat" gelesen. Was hier Wirklichkeit ist, vermag die Kritikerin schon bald nicht mehr zu sagen, zunehmend rätselhaft erscheint ihr die abwechselnd aus der Perspektive der Mutter und jener der Tochter erzählte Geschichte um die beiden Kinder Anais und Bruno, die bald von ihrer trinkenden und strippenden Mutter alleine gelassen werden. Insbesondere Anais' erbarmungsloser Kinderblick hat Geisel beeindruckt. Erklärungen sucht die Kritikerin in diesem Roman gewordenen "Wittgenstein-Territorium" allerdings vergeblich und bei all der Schönheit und "ästhetischen Kontrolle" vermisst sie doch ein wenig Realität.
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